Die PayPal-Aktie bleibt unter Verkaufsdruck und notiert in der Nähe ihres 52‑Wochentiefs. Der Rückgang setzt einen schwachen Trend der vergangenen zwölf Monate fort und spiegelt die Skepsis vieler institutioneller Investoren gegenüber den kurzfristigen Wachstumsaussichten wider. Parallel dazu mehren sich vorsichtige Analystenstimmen, während das Management an einer strategischen Erweiterung des Geschäftsmodells arbeitet.
Analysten werden vorsichtiger
Auslöser der jüngsten Schwäche sind unter anderem neue Einschätzungen großer Analysehäuser. Am 16. Januar 2026 senkte Stephens-Analyst Charles Nabhan das Kursziel für PayPal von 75 auf 65 US‑Dollar und blieb gleichzeitig bei der Einstufung „Hold“.
Raymond James reduzierte zudem die Prognose für das Wachstum des „Branded Total Payment Volume“ im vierten Quartal 2025 um 300 Basispunkte auf nur noch 2 %. Als Hauptgründe nennen die Analysten ein schwieriges makroökonomisches Umfeld und eine langsamere Einführung neuer Produktinitiativen als ursprünglich erwartet.
Raymond James rechnet damit, dass dieses verhaltene Wachstum zumindest in der ersten Jahreshälfte 2026 anhält. Erwartet werden nur Zuwächse im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Banking-Lizenz als strategischer Hebel
Um das Geschäftsmodell breiter aufzustellen, treibt PayPal den Einstieg in das Bankgeschäft voran. Das Unternehmen hat in Utah einen Antrag auf eine sogenannte Industrial Bank Charter eingereicht. Mit dieser Lizenz könnte PayPal kleine Unternehmen direkt als Bank bedienen, inklusive FDIC-versicherter Giro- und Sparkonten sowie eigener Kreditvergabe ohne Partnerbanken.
Seit 2013 hat PayPal bereits mehr als 30 Milliarden US‑Dollar an über 420.000 Geschäftskonten vermittelt. Eine eigene Banklizenz würde voraussichtlich die Refinanzierungskosten senken und Kreditprozesse beschleunigen. Der Start der erweiterten Bankaktivitäten ist für 2026 geplant, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.
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Wettbewerb und institutionelle Signale
Der Wettbewerbsdruck im Zahlungsverkehr bleibt hoch. Am 14. Januar 2026 brachte Klarna Peer-to-Peer-Zahlungsdienste in 13 europäischen Ländern an den Start und greift damit direkt Marktanteile im Kerngeschäft von PayPal an.
Gleichzeitig zeigen institutionelle Investoren gemischte Signale. Wedgewood Partners meldete für das vierte Quartal 2025 eine Reduktion der PayPal-Position. Begründet wurde dies mit abflachendem Wachstum der Transaktionsvolumina und steigenden Investitionen, insbesondere für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Es gibt aber auch konträre Stimmen. John Dorfman nahm PayPal am 20. Januar 2026 in seine „Casualty List“ auf und stufte die Aktie dort als potenziell unterbewerteten Titel ein. Angesichts eines sinkenden Kurs-Gewinn-Verhältnisses beginnen wertorientierte Anleger zu prüfen, ob der Rückgang stärker ausfällt als durch die Ertragslage gerechtfertigt.
Wichtige Kennzahlen im Überblick
- Kursniveau: Handel nahe dem 52‑Wochentief von rund 55,85 US‑Dollar
- Leerverkäufe: Short Interest auf 44,95 Mio. Aktien (4,81 % des Freefloats) per 31. Dezember 2025
- Nächster Termin: Zahlen zum vierten Quartal 2025 werden Anfang Februar 2026 erwartet
- Analystenkonsens: Überwiegend „Hold“, mit gesenkten Kurszielen im Bereich von etwa 65 bis 77 US‑Dollar
- Bewertung: KGV von rund 11, deutlich unter den historischen Durchschnittswerten
Technisches Bild und Ausblick
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Nähe zum 52‑Wochentief gilt als deutlicher Rückschlag und verstärkt den Druck von der Short-Seite. Das „Days to cover“-Verhältnis liegt derzeit bei 3,01 Tagen, was eine erhöhte Leerverkaufsaktivität signalisiert.
Im Fokus steht nun der Quartalsbericht für Q4 2025 Anfang Februar. Der Markt erwartet, dass das Management konkret darlegt, ob das aktuell veranschlagte Wachstum von rund 2 % bei den gebrandeten Checkout-Volumina als konservative Untergrenze zu verstehen ist. Solange das Transaktionsvolumen nur im niedrigen einstelligen Bereich zulegt und keine klare Beschleunigung erkennbar ist, dürfte es der Aktie schwerfallen, eine nachhaltige Erholung einzuleiten.
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