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PayPal Aktie: Führungswechsel unter Druck

PayPal startet unter neuem Chef Enrique Lores mit enttäuschenden Quartalszahlen, einer Sammelklage und einer neuen Stablecoin-Strategie in eine ungewisse Zukunft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Enrique Lores löst Alex Chriss als CEO ab
  • Quartalszahlen verfehlten Umsatz- und Gewinnerwartungen
  • Neue Stablecoin-Infrastruktur PYUSDx vorgestellt
  • Sammelklage und Übernahmegerüchte belasten Aktie

PayPal steht vor einem Neuanfang unter schwierigen Vorzeichen. Seit heute führt Enrique Lores den angeschlagenen Zahlungsdienstleister – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Schwache Quartalszahlen, eine Sammelklage und Übernahmespekulationen belasten das Unternehmen. Gleichzeitig setzt PayPal mit einer neuen Stablecoin-Infrastruktur auf Zukunftstechnologien.

Enttäuschende Zahlen erzwangen den Wechsel

Der Führungswechsel kam nicht überraschend. Im vierten Quartal verfehlte PayPal die Erwartungen deutlich: Der Umsatz lag mit 8,68 Milliarden Dollar unter den prognostizierten 8,80 Milliarden Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie enttäuschte mit 1,23 Dollar gegenüber erwarteten 1,28 Dollar.

Besonders alarmierend: Das Wachstum beim markeneigenen Checkout-Geschäft brach auf nur noch 1 Prozent ein – nach 6 Prozent im Vorjahr. Schwache US-Einzelhandelsumsätze, internationale Gegenwind und härterer Wettbewerb setzten dem Kerngeschäft zu. Die Reaktion der Anleger war heftig: Die Aktie verlor am 3. Februar binnen eines Tages über 20 Prozent.

Der Verwaltungsrat zog die Konsequenzen. Nach eigener Einschätzung entsprach das Tempo der Veränderungen nicht den Erwartungen. Alex Chriss, der PayPal durch eine schwierige Phase führen sollte, musste gehen.

Lores soll Innovationstempo erhöhen

Enrique Lores, seit fast fünf Jahren im Verwaltungsrat und zuletzt dessen Vorsitzender, übernimmt nun operativ. Der frühere HP-Chef führte den Technologiekonzern durch eine strategische Neuausrichtung und erweiterte das Geschäft über klassische PCs und Drucker hinaus in Richtung Services und Abo-Modelle.

Bei PayPal sieht er Handlungsbedarf. Die Zahlungsinfrastruktur entwickle sich rasant weiter, betonte Lores. PayPal müsse die Innovationskultur stärken und schneller sowie präziser umsetzen. Die Herausforderung ist klar: Während Konkurrenten wie Apple und Google in das Kerngeschäft vordringen, muss PayPal seine Position als einstiger Marktführer verteidigen.

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Stablecoin-Offensive als Hoffnungsträger

Drei Tage vor Lores‘ Amtsantritt präsentierte PayPal eine neue Stablecoin-Lösung. Gemeinsam mit MoonPay und M0 wurde PYUSDx vorgestellt – eine Infrastruktur, die es Entwicklern ermöglicht, eigene Stablecoins auf Basis des PayPal-eigenen PYUSD zu erstellen.

Die Idee: Anwendungsspezifische Stablecoins sollen in Tagen statt Monaten gelauncht werden können, ohne dass Entwickler eigene Verwahrung, Liquidität und Ausgabestrukturen aufbauen müssen. Das erste Projekt, USD.ai, nutzt die Technologie bereits für KI-Infrastruktur-Zahlungen. Weitere Einsatzgebiete sieht PayPal in Gaming, Überweisungen und Treueprogrammen.

Technisch sind PYUSDx-Token von PayPals nativem Stablecoin getrennt und werden über MoonPay Digital Assets Limited ausgegeben. Eine Unterstützung in PayPal- oder Venmo-Wallets ist nicht vorgesehen. Die Zahl neu aufgelegter Stablecoins mit mehr als 10 Millionen Dollar Volumen stieg 2025 um 89 Prozent – ein Markt, den PayPal nun aktiv erschließen will.

Sammelklage und Übernahmegerüchte

Zusätzlichen Druck erzeugt eine Sammelklage. Anleger, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien erworben haben, werfen dem Unternehmen irreführende Aussagen zur Umsatzprognose vor. Der Vorwurf: PayPal habe Risiken durch Saisonalität und makroökonomische Schwankungen heruntergespielt. Die Frist zur Registrierung als Hauptkläger läuft bis zum 20. April.

Parallel kursieren Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch Stripe. Berichte über frühe Gespräche ließen die Aktie kurzzeitig steigen, doch nachfolgende Dementis drückten den Kurs erneut um über 6 Prozent. Ob an den Gerüchten etwas dran ist, bleibt unklar.

Ein Neustart mit vielen Fragezeichen

PayPal verfügt über 439 Millionen aktive Konten und wurde im 2026 Evident AI Index als globaler Spitzenreiter für KI-Talente im Zahlungsverkehr ausgezeichnet. Venmo entwickelt sich zur monetarisierten Handelsplattform, das Unternehmenskundengeschäft ist wieder profitabel. Die Bausteine für eine Erholung sind vorhanden. Ob Lores sie zusammenfügen und PayPal wieder auf Wachstumskurs bringen kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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