Ein Kurssprung von 6 Prozent an einem einzigen Handelstag klingt nach Erholung. Bei PayPal ist es vor allem ein Zeichen, wie tief die Aktie zuvor gefallen war — und wie viele offene Fragen noch auf Antworten warten.
Technische Erholung in einem gebeutelten Sektor
Der gesamte Fintech-Sektor legte am Montag kräftig zu. Affirm gewann 7 Prozent, SoFi Technologies 4 Prozent. Was die drei Titel verbindet: Sie alle haben 2026 brutal verloren. PayPal liegt seit Jahresbeginn rund 18 Prozent im Minus, Affirm sogar 35 Prozent, SoFi 38 Prozent.
Wenn überverkaufte Aktien auf eine leicht verbesserte Risikobereitschaft treffen, entstehen schnell zweistellige Tagesgewinne. Das ist Mechanik, keine Trendwende. Mit 40,80 Euro notiert die Aktie noch knapp 21 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der Weg zurück ist weit.
Schlechte Zahlen, neuer Chef, zurückgezogene Ziele
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt tiefer. Im vierten Quartal 2025 verfehlte PayPal mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar die Erwartungen leicht. Schlimmer: Das Unternehmen prognostizierte einen schwächeren Gewinn für 2026 als Analysten erwartet hatten. Zeitgleich kündigte PayPal einen CEO-Wechsel an — Enrique Lores ersetzt Alex Chriss.
Das Wachstum beim sogenannten Branded Checkout, dem Kernprodukt, verlangsamte sich auf gerade noch 1 Prozent — nach 6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Obendrein zog PayPal die Mittelfristziele zurück, die erst 2025 auf dem Investor Day vorgestellt worden waren. Kein Wunder, dass das Vertrauen der Anleger erschüttert ist.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PayPal?
Die Bewertung spiegelt das wider. Auf Basis der letzten zwölf Monate liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 8,8 — weit unter dem Fünf-Jahres-Schnitt von 20,7. Das klingt günstig. Es ist aber auch ein Ausdruck echter Unsicherheit über die künftige Ertragskraft.
Klage und Quartalszahlen als nächste Belastungsproben
Parallel läuft eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Kläger werfen dem Unternehmen vor, zwischen Februar 2024 und Februar 2026 irreführende Aussagen zur Umsatzentwicklung gemacht zu haben. Die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger endet am 20. April.
Nur zwei Wochen später, am 5. Mai, legt PayPal die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Das sind die eigentlichen Gradmesser: Zieht das Branded-Checkout-Wachstum wieder an? Zeigen neue Initiativen rund um Werbung, Checkout-Optimierung und Venmo-Monetarisierung erste Wirkung? PayPal verarbeitet mit 439 Millionen aktiven Konten und einem Zahlungsvolumen von 475 Milliarden Dollar im letzten Quartal nach wie vor gewaltige Summen. Die Plattform funktioniert. Die Frage ist, ob der neue CEO daraus wieder ein Wachstumsunternehmen machen kann — und ob die Q1-Zahlen am 5. Mai erste Belege dafür liefern.
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 15. April liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
