Pix für 170 Millionen Brasilianer, Venmo-Prämien für amerikanische Konsumenten, ein Canva-Deal für Creator weltweit — PayPal schiebt gerade viele Hebel gleichzeitig an. Ob das reicht, um den Kurs nachhaltig zu drehen, ist eine andere Frage.
Die Aktie notiert bei 41,92 Euro und liegt damit rund 38 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der 7-Tage-Anstieg von 7,65 Prozent zeigt, dass die jüngsten Nachrichten Wirkung zeigen — allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau als noch vor einem Jahr.
Pix als Wachstumshebel in Lateinamerika
Der konkreteste Schritt ist die Pix-Integration in Brasilien. PayPal hat das Sofortzahlungssystem in seine Complete-Payments-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen eingebunden. Pix macht bereits rund ein Drittel des Wertes aller brasilianischen Online-Verkäufe aus. Bis Ende 2026 soll der Anteil auf 40 Prozent steigen.
Der lateinamerikanische E-Commerce-Markt soll bis Ende 2026 ein Volumen von 944 Milliarden Dollar erreichen. Für PayPal geht es darum, frühzeitig Marktanteile zu sichern — bevor lokale Konkurrenten die Lücke schließen.
Venmo und Canva: Zwei Baustellen, ein Ziel
Parallel dazu weitet Venmo sein „Stash“-Prämienprogramm aus. Seit dem 15. April können Nutzer bis zu fünf Prozent Cashback bei Marken wie Sephora, Ulta, Taco Bell und Pizza Hut verdienen. Das Ziel: Venmo als Alltagszahlungsmittel verankern, nicht nur als Geldtransfer-App unter Freunden.
Hinzu kommt die Partnerschaft mit Canva. PayPal ist offizieller Zahlungspartner des „Canva Create“-Events in Los Angeles. Creator können Checkout-Funktionen direkt in ihre Designs einbetten — ein kleiner, aber strategisch interessanter Schritt in Richtung Creator Economy.
Klage überschattet die Aufbruchstimmung
Die positive Dynamik hat einen Haken. Zwei Anwaltskanzleien — Bernstein Liebhard LLP und Kessler Topaz Meltzer & Check — erinnern Investoren an eine laufende Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs. Wer zwischen Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien gekauft hat, kann bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger auftreten.
Die Vorwürfe drehen sich um angeblich falsche Angaben zu den Finanzzielen für 2027 und zum Wachstum des Kerngeschäfts mit markeneigenen Checkout-Lösungen. Das ist kein Randthema — es trifft genau den Bereich, den CEO Alex Chriss seit seinem Amtsantritt als Wachstumstreiber positioniert hat.
Der Analystenkonsens liegt bei einem Kursziel von rund 56,72 Euro bei einer „Hold“-Einstufung. Bis dahin müssen die Brasilien-Expansion und die Venmo-Offensive liefern — und die Klage darf sich nicht zu einem echten Belastungsfaktor entwickeln. Am 20. April läuft die Frist für den Klage-Beitritt ab. Danach wird klarer, wie ernst die rechtliche Lage wirklich ist.
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