Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Partners Group: Bloomberg sieht schwächste Finanzaktie

Partners Group: Bloomberg sieht schwächste Finanzaktie

Partners Group gewinnt ein Milliardenmandat in Asien, doch anhaltende Rücknahmen aus Evergreen-Fonds belasten die Aktie weiterhin deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenmandat für Private Credit abgeschlossen
  • Aktie erholt sich um 4,3 Prozent
  • Evergreen-Rücknahmen sorgen für Investorensorgen
  • Jahresbilanz bleibt 25 Prozent im Minus

Partners Group kämpft weiter mit einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen neue Milliardenzuflüsse aus Asien, auf der anderen Seite wachsende Zweifel an der Stabilität des Evergreen-Geschäfts. Diese Gegensätzlichkeit prägt derzeit das Bild der Aktie an der Börse.

Neues Milliardenmandat aus Asien

Der Schweizer Vermögensverwalter hat vor gut einer Woche ein Private-Credit-Mandat über eine Milliarde US-Dollar mit einem institutionellen Investor in Asien abgeschlossen. Seither hat sich der Kurs um 4,3 Prozent erholt.

Das Mandat unterstreicht, dass Partners Group trotz aller Diskussionen um sein Evergreen-Geschäft weiterhin in der Lage ist, große institutionelle Kunden für sein Private-Credit-Segment zu gewinnen. Für ein Unternehmen, dessen Wachstumsgeschichte zuletzt infrage gestellt wurde, ist das ein wichtiges Signal.

Ergänzend berichtete das Unternehmen von einer operativen Verbesserung bei den Portfoliounternehmen: Durch eine Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz in seinen Private-Equity-Beteiligungen habe man eine Verbesserung der EBITDA-Marge um 120 Basispunkte erzielt. Auch das spricht dafür, dass die operative Substanz im Kerngeschäft intakt bleibt, während die Diskussion um die Fondsstruktur die Schlagzeilen bestimmt.

Schlechtester Wert im europäischen Finanzindex

Dem positiven Nachrichtenfluss der vergangenen Woche steht eine deutlich kritischere Einordnung entgegen. Laut Bloomberg wurde Partners Group Holding AG in diesem Jahr zur schlechtesten Aktie im MSCI-Index für europäische Finanzunternehmen. Als Grund nennt die Nachrichtenagentur wachsende Investorenbedenken über Rücknahmen aus den bei Anlegern beliebten Evergreen-Fonds des Unternehmens.

Diese Sorge ist nicht neu, aber sie wiegt schwer. Partners Group hatte bereits im Juli für das erste Halbjahr Netto-Zuflüsse von 16 Milliarden US-Dollar gemeldet, zugleich aber gewarnt, dass Rücknahmen aus reifen Evergreen-Strategien voraussichtlich mehrere Quartale andauern würden. Genau diese Warnung scheint sich nun in der relativen Kursschwäche gegenüber dem Wettbewerbern der Branche niederzuschlagen.

Charttechnisch stabilisiert, fundamental belastet

Der Kurs schloss am Freitag bei 799,00 Euro, nach einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier jedoch um 9,4 Prozent zugelegt und damit einen Teil der Verluste der vergangenen Monate wettgemacht.

Zum bisherigen Jahresverlauf bleibt die Bilanz mit einem Minus von 25 Prozent aber deutlich negativ, und auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres markiert wurde, liegt weiterhin bei 36 Prozent.

Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Balanceakt zwischen operativer Stärke im Neugeschäft und struktureller Unsicherheit im bestehenden Fondsbestand. Das jüngste Milliardenmandat zeigt, dass Partners Group weiterhin Kapital akquirieren kann.

Ob das reicht, um die Sorgen der Investoren über die Evergreen-Rücknahmen zu zerstreuen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn sich der von Bloomberg beschriebene Abwärtstrend im Vergleich zu europäischen Finanzwerten entweder fortsetzt oder umkehrt.

Anzeige

Partners Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:

Die neusten Partners Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Partners Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Partners Group

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.