Partners Group hat ein Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar von einem nicht namentlich genannten asiatischen institutionellen Investor erhalten. Das Kapital fließt über eine offene Evergreen-Struktur in vorrangige und nachrangige Direktkredite im asiatisch-pazifischen Raum. Für den Zuger Asset Manager ist es der jüngste Beleg einer Serie von Mandatsgewinnen in der Region.
Im laufenden Jahr hat Partners Group nach eigenen Angaben bereits mit fünf großen institutionellen Investoren in Asien Mandate abgeschlossen. Darunter befindet sich ein Auftrag über 800 Millionen Euro von einem regionalen Staatsfonds, der damit Private-Equity- und Infrastruktur-Engagements aufbauen will. Die Häufung solcher Abschlüsse zeigt, dass das Unternehmen sein Asiengeschäft trotz volatiler Kapitalmärkte gezielt ausbaut.
Zabka-Verkauf bringt Milliardenerlös
Auf der Transaktionsseite meldete ein Konsortium um Partners Group und CVC Capital Partners den Verkauf der polnischen Zabka Group an Circle K Polska, eine Tochter von Alimentation Couche-Tard. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf 32,6 Milliarden polnische Zloty. Der Deal reiht sich in eine aktive Phase auf der Exit-Seite ein und dürfte dem Unternehmen einen erheblichen Realisierungserlös bescheren.
Parallel dazu ist Partners Group in exklusive Verhandlungen mit Eurazeo über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone eingetreten.
Der geschätzte Unternehmenswert liegt bei rund 2 Milliarden Euro. Damit setzt der Asset Manager seine Investitionstätigkeit auch im Konsumgütersektor fort, während er auf der Infrastrukturseite mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am britischen Energieanbieter AVK Power Solutions vor gut einer Woche bereits ein weiteres Milliardenengagement eingegangen ist.
Auch im bestehenden Portfolio zeigen sich positive Entwicklungen. Die US-Portfoliounternehmen DiversiTech und PremiStar aus dem HVAC-Sektor meldeten seit ihrer Übernahme 2021 ein Umsatzwachstum von 60 beziehungsweise 100 Prozent. Die jährlichen EBITDA-Wachstumsraten lagen bei 14 und 22 Prozent.
Kursbild bleibt angeschlagen
Trotz der operativen Dynamik notiert die Aktie von Partners Group aktuell bei 767,80 Euro und damit 1,3 Prozent niedriger als am Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 28 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf 35 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.240 Euro, das im September erreicht wurde, trennen den Titel derzeit 38 Prozent.
Ein Fondsanbieter nutzte laut Medienberichten die Kursschwäche vor rund einer Woche, um seine Beteiligung an Partners Group durch gezielte Zukäufe deutlich zu erhöhen. Das deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der institutionellen Anleger die operativen Fortschritte höher gewichtet als den anhaltenden Kursdruck.
Anleger richten den Blick nun auf den 1. September, wenn Partners Group die Finanzergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Die Zahlen dürften zeigen, inwieweit sich die zahlreichen neuen Mandate und Transaktionen bereits in den Kennziffern niederschlagen und ob sie ausreichen, um das gedämpfte Kursbild zu drehen.
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