Widersprüchlicher lässt sich die Lage bei Partners Group kaum zusammenfassen: Während die Bank UBS am Freitag drastisch an der Kursziel-Schraube dreht, meldet der Schweizer Vermögensverwalter parallel Rekordwerte beim Neugeschäft. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Fall zwischen Wachstumsstory und Ertragswarnung.
UBS sieht negatives Gewinnmomentum
Die Analysten von UBS stuften die Partners-Group-Aktie am Freitag von „Buy“ auf „Neutral“ zurück und kappten das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken. Als Begründung nannte die Bank ein negatives Gewinnmomentum sowie Liquiditätsrisiken in den sogenannten Evergreen-Fondsstrukturen des Unternehmens. Genau in diesem Bereich zeigte sich zuletzt Konkretes: Der Verwaltungsrat des verbundenen Investment-Trusts Partners Group Private Equity verlängerte am 6. Juli die Frist für sein laufendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Restvolumen von rund 13,5 Millionen Euro bis Ende September – begründet mit einem negativen freien Cashflow zum Stichtag 30. Juni. Das Papier schloss am Freitag bei 724,80 Euro, ein Minus von 0,79 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Rückgang von 31,69 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch vom 8. August 2025 beträgt der Abstand mittlerweile 40,27 Prozent.
Rekordzusagen, aber schwächere Performance-Erträge
Die Zahlen aus dem Business-Update zum ersten Halbjahr, das Partners Group am 15. Juli vorlegte, zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Die Kapitalzusagen erreichten mit 16 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert gegenüber 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum, das verwaltete Gesamtvermögen kletterte zum 30. Juni auf 186 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die Guidance für die Performance-Erträge im ersten Halbjahr auf unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes – deutlich unterhalb des eigentlichen Zielkorridors von 25 bis 40 Prozent. Als Ursache nannte Partners Group verzögerte Exits, also spätere Verkäufe aus dem Portfolio als ursprünglich geplant. Genau dieser Punkt dürfte auch die Sorgen von UBS um das Gewinnmomentum genährt haben.
Im operativen Neugeschäft zeigte sich das Unternehmen zuletzt dennoch aktiv. Am 23. Juli schloss Partners Group sein Programm „Infrastructure Secondaries“ final mit Kapitalzusagen von über 5,5 Milliarden US-Dollar ab, mehr als 70 Prozent davon von Neukunden. Bereits am 20. Juli war das vierte direkte Infrastrukturprogramm bei einem Volumen von über 15 Milliarden US-Dollar geschlossen worden. Die „Royalties“-Strategie wiederum verzeichnete im ersten Halbjahr laut Unternehmensangaben ein Wachstum des verwalteten Vermögens um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Anfang Juli investierte Partners Group zudem 260 Millionen britische Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge.
Management kauft eigene Aktien
Ein Signal für Zuversicht aus den eigenen Reihen kam am 27. Juli: Mitglieder der Geschäftsleitung erwarben zwischen April 2025 und Juli 2026 eigene Aktien im Gesamtwert von knapp 12 Millionen Schweizer Franken. Die Käufe fallen damit in genau jene Phase, in der die Aktie deutlich unter Druck geriet – aktuell notiert das Papier 5,52 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 767,16 Euro.
Ob die operative Stärke im Neugeschäft die von UBS beklagten Ertrags- und Liquiditätsrisiken ausgleichen kann, dürfte sich mit dem vollständigen Halbjahresbericht zeigen, den Partners Group für den 1. September angekündigt hat. Erst dann liegen die detaillierten Gewinnzahlen vor, an denen sich die Einschätzung der Bank messen lassen muss.
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