Starke operative Zahlen, aber eine schwache Aktie. Bei der Partners Group klaffen Realität und Börsenwert aktuell weit auseinander. Das Management in Baar-Zug steuert nun massiv gegen. Ein umfassender Umbau der Fondsstrukturen soll das Vertrauen der Investoren zurückbringen. Das Ziel: Den hohen Abschlag zum Nettoinventarwert rasch schließen.
Neues Aktienmodell für den Ausstieg
Im Zentrum steht das börsennotierte Vehikel Partners Group Private Equity Limited. Der Verwaltungsrat plant hier ein Zwei-Klassen-Aktienmodell. Langfristig orientierte Anleger erhalten künftig spezielle Stammaktien. Wer aussteigen will, bekommt sogenannte „Realization Shares“. Diese zweite Klasse begrenzt das Unternehmen auf maximal 30 Prozent des Kapitals.
Damit reagiert der Vermögensverwalter auf die jüngste Kritik. Im Frühsommer erreichten Rücknahmeanträge bei einzelnen Fonds das vertragliche Limit. Dieses liegt bei fünf Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal. Die detaillierten Pläne für die neue Aktienstruktur folgen im dritten Quartal 2026.
Milliarden für die Infrastruktur
Parallel zum Konzernumbau kauft die Partners Group weiter zu. In den vergangenen zwei Tagen schloss das Unternehmen zwei große Deals ab. Es investierte 260 Millionen Pfund in britische Schienenfahrzeuge. Hinzu kommt ein weltweites Flugzeugleasing-Portfolio für rund 250 Millionen Dollar.
Insgesamt flossen zuletzt rund zwei Milliarden Dollar in den Bereich Infrastruktur-Secondaries. Auch die Prognose für 2026 steht. Das Management rechnet weiterhin mit Brutto-Neugeldern von bis zu 32 Milliarden Dollar. Die Portfolios seien gesund und liquide.
Insider greifen bei Tiefstkursen zu
An der Börse bleibt die Lage angespannt. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um über 32 Prozent ein. Am Freitag notierte das Papier bei 738,40 Euro. Das entspricht einem Minus von gut 26 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt.
Ein starkes Signal kommt nun aus der Chefetage. Seit dem neuen Jahrestief Ende Juni griffen Manager und Verwaltungsräte massiv zu. Sie kauften eigene Aktien für über 60 Millionen Franken. Dieser Insider-Kauf gilt am Markt als klares Bekenntnis zur Strategie.
Die nächsten harten Fakten liefert der Kalender. Am 15. Juli präsentiert die Partners Group ihr Update zu den verwalteten Vermögen.
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