Nach dem schlimmsten Einbruch seit 2020 hat die Partners-Group-Aktie am Freitag etwas Boden gutgemacht. Ein Plus von 2,21 Prozent auf 767,40 Euro beendete eine brutal verlaufene Handelswoche — der Titel liegt seit Jahresbeginn rund 30 Prozent im Minus.
Liquiditätsproblem löst Verkaufswelle aus
Auslöser der jüngsten Talfahrt war der rund 8,6 Milliarden US-Dollar schwere „Global Value Fund“. Rücklöseanträge überschritten die festgelegten Schwellenwerte, woraufhin Partners Group Rücknahmebeschränkungen verhängte. Der Markt reagierte scharf.
Das trifft einen wunden Punkt. Sogenannte Evergreen-Fonds — dauerhaft offene Vehikel für Privatmarktanlagen — stehen seit Monaten unter Beobachtung. Anleger fragen sich, wie liquide diese Strukturen im Stressfall wirklich sind. Bei Partners Group ist die Antwort gerade ungemütlich ausgefallen.
Das Unternehmen selbst hält dagegen. In seiner Prognose vom 4. Juni stellte der Schweizer Asset Manager trotz der Turbulenzen solides Wachstum beim verwalteten Vermögen für das Gesamtjahr in Aussicht.
RSI zeigt überverkauften Bereich
Charttechnisch ist die Lage angespannt, aber nicht ohne Signalwert. Der RSI liegt bei 29,7 — das gilt als überverkauft und begünstigt technische Gegenbewegungen wie die am Freitag. Das 52-Wochen-Tief bei 733,00 Euro, markiert am 3. Juni, bleibt die entscheidende Haltelinie. Fällt der Kurs nachhaltig darunter, droht weiterer Abgabedruck.
Nach oben ist der Weg weit. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft bei 905,75 Euro — rund 15 Prozent über dem aktuellen Kurs. Die annualisierte Volatilität liegt bei über 53 Prozent. Das zeigt, wie nervös der Markt hier gerade ist.
Nächster Termin: 15. Juli
Unternehmenseitig steht in der kommenden Woche nichts auf dem Kalender. Die nächste bedeutende Veröffentlichung — neue AuM-Zahlen — folgt erst am 15. Juli. Bis dahin bestimmen Makrofaktoren und die allgemeine Stimmung im Private-Equity- und Private-Credit-Sektor den Takt.
Entscheidend wird sein, ob die Abflüsse beim Global Value Fund ein Einzelfall bleiben oder ob weitere Fonds ähnliche Probleme melden. Breitet sich das Muster aus, steht die gesamte Branche vor einer Neubewertung — und Partners Group mittendrin.
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