Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group durchläuft eine Phase struktureller Weichenstellungen, in der operative Anpassungen, anstehende Großrefinanzierungen und selektive Neuinvestitionen zusammenfallen.
Anleger blicken nach deutlichen Kursverlusten im bisherigen Jahresverlauf auf die strategischen Schritte des Managements: Am gestrigen Montag notierte die Aktie bei 657,80 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 38 Prozent.
Die Maßnahmen spiegeln das Bestreben wider, das Portfolio abzusichern und Ressourcen innerhalb der Anlageklassen gezielt umzuschichten. Dabei stehen sowohl die interne Kostenbasis als auch der Schutz bestehender Beteiligungen im Fokus.
Personalmaßnahmen im Private-Equity-Segment
Ein Baustein betrifft das Personal im klassischen Beteiligungsgeschäft. Laut Bloomberg strich das Unternehmen weltweit Dutzende Stellen in seiner Private-Equity-Einheit oder versetzte Beschäftigte in andere Bereiche. Demnach haben einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, während andere innerhalb des Hauses zu den Bereichen Infrastructure und Royalties gewechselt sind.
Parallel zu den internen Verschiebungen setzt das Haus auf selektive Engagements im Wachstumsbereich. Über ihre Private-Equity-Growth-Strategie beteiligte sich Partners Group als Co-Lead an einer Series-F-Finanzierungsrunde für Scanntech über insgesamt 180 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde von L Catterton angeführt, zudem beteiligten sich Bradesco und SPX.
Schutz von Milliardenkrediten bei Portfoliounternehmen
Gleichzeitig steht die Refinanzierung von Bestandsunternehmen im Mittelpunkt. Bloomberg berichtete, dass Partners Group vertragliche Klauseln einsetzt, um Hedgefonds vom Kauf von Krediten dreier Portfoliounternehmen auszuschließen.
Hintergrund sind anstehende Refinanzierungen mit einem Gesamtvolumen von rund 6 Milliarden Euro. Betroffen von diesen Maßnahmen sind Emeria SASU, Ammega Group BV sowie Breitling AG. Bei Emeria und Ammega fallen die Zugangsbeschränkungen für Drittgläubiger laut dem Bericht besonders strikt aus.
Flankiert wurden die Weichenstellungen von Transaktionen aus den eigenen Reihen: Vor rund zwei Wochen erwarben Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats privat Aktien der Partners Group im Umfang von rund 21 Millionen Schweizer Franken. Damit setzte die Führungsspitze ein Signal des Vertrauens in die langfristige Entwicklung des Konzerns.
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