Ein Shortseller-Bericht, massive Rücknahmen aus Evergreen-Fonds und jetzt ein gesenktes Kursziel von Goldman Sachs: Partners Group kämpft auf mehreren Fronten. Die Aktie notiert nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.
Rücknahmewelle setzt Evergreen-Fonds unter Druck
Das Kernproblem ist konkret. Anleger fordern aus dem luxemburgischen Fonds Global Value SICAV Gelder zurück. Im zweiten Quartal 2026 erreichten die Rücknahmeanträge fast zehn Prozent des Nettoinventarwerts. Das Management darf Auszahlungen begrenzen, sobald die Schwelle von fünf Prozent überschritten wird.
Hohe Zinsen und ein schwacher Markt für Firmenverkäufe verschärfen die Lage. Kapitalrückflüsse stocken, der Liquiditätsbedarf steigt. Goldman-Analyst Oliver Carruthers senkte das Kursziel von 960 auf 860 Franken und behielt die Einstufung „Neutral“ bei. Begründung: schwächere Performance gegenüber Wettbewerbern und gedämpfte Wachstumsaussichten. Hinzu kommt die anhaltende Verunsicherung nach einem Shortseller-Bericht vom April.
Insider kaufen, Management strukturiert um
Das Management versucht gegenzusteuern. Insider haben im Juni eigene Aktien für 31 Millionen Franken erworben. Seit Februar summieren sich diese Stützungskäufe auf fast 60 Millionen Franken.
Parallel plant Partners Group eine Umstrukturierung des Londoner Börsenfonds PGPE. Der Fonds soll in zwei Aktienklassen aufgeteilt werden: eine für langfristig orientierte Anleger, eine für den geordneten Ausstieg. Den Vorschlag sollen Investoren im vierten Quartal 2026 abstimmen.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Partners Group an einer Brutto-Neukundennachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar fest. Für die erste Jahreshälfte erwartet das Unternehmen, dass Zuflüsse die Abflüsse in der Evergreen-Plattform übersteigen. Ab der zweiten Hälfte und bis 2027 rechnet das Management allerdings mit einem Bremsfaktor von ein bis zwei Prozent auf das gesamte Nettovermögen.
Technisches Bild: stark überverkauft
Die Kursdaten sprechen eine deutliche Sprache. Die Aktie notiert bei 712 Euro — nur 1,28 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 703 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 35 Prozent. Der RSI liegt bei 23,6 und signalisiert einen stark überverkauften Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von rund 53 Prozent zeigt, wie nervös der Markt weiterhin ist.
Das Abstimmungsergebnis zur PGPE-Umstrukturierung im Herbst wird zeigen, ob Anleger dem Managementkurs noch vertrauen — oder ob der Druck auf die Evergreen-Plattform weiter eskaliert.
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