Ein Kurssturz von über 30 Prozent seit Jahresbeginn. Und trotzdem sprechen einige Marktbeobachter von einer historischen Kaufgelegenheit. Bei Partners Group klafft die Wahrnehmung zwischen Kursverlauf und fundamentaler Bewertung derzeit deutlich auseinander.
Kursrutsch trifft auf günstige Bewertung
Die Aktie des Schweizer Private-Markets-Spezialisten notiert aktuell bei 745,40 Euro. Heute gab der Kurs um 0,80 Prozent nach. Der Blick auf die längere Frist zeigt das eigentliche Ausmaß: Seit Jahresanfang steht ein Minus von 31,74 Prozent zu Buche, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar 34,56 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.213,50 Euro aus dem August 2025 trennen die Aktie mittlerweile fast 39 Prozent. Genau dieser Absturz hat die Bewertung auf ein Niveau gedrückt, das manche Analysten als attraktiv einstufen. Sie taxieren das Aufwärtspotenzial auf rund 30 Prozent und verweisen auf ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 15,5 für 2026 – deutlich unter dem historischen Durchschnitt des Unternehmens.
Belastet haben zuletzt Investitionsentscheidungen aus dem Jahr 2021 sowie eine gedämpfte Performance einzelner Portfolios. Die operative Ertragskraft scheint davon bislang unberührt.
Retail-Geschäft als Wachstumshebel
Partners Group baut sein Geschäft mit Privatanlegern gezielt aus. Rund 20 Prozent der verwalteten Vermögen entfallen inzwischen auf den Bereich Private Wealth. Ein zentrales Werkzeug dafür sind sogenannte ELTIF-Fonds, die Privatanlegern den Zugang zu Private-Equity-Strukturen erleichtern.
Erst kürzlich hat die Erste Asset Management einen neuen ELTIF in Kooperation mit Partners Group aufgelegt. Bereits ab 10.000 Euro Mindestanlage können Privatanleger einsteigen. Der Trend ist branchenweit sichtbar: Das in ELTIF-Strukturen verwaltete Vermögen wuchs zuletzt um 55 Prozent auf 34 Milliarden Euro.
Fundraising-Ziele trotz Gegenwind bestätigt
Das Management hält an seinen Wachstumszielen fest. Für 2026 peilt Partners Group eine Brutto-Neukundennachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar an. Diese Zuflüsse sollen Abflüsse aus sogenannten Evergreen-Strukturen ausgleichen, die zuletzt die Netto-Wachstumsrate um 1 bis 2 Prozentpunkte gedrückt haben.
Die institutionelle Basis bleibt dabei stabil. Rund 80 Prozent der gesamten verwalteten Vermögen von etwa 185 Milliarden US-Dollar stammen von langfristig orientierten institutionellen Investoren.
Charttechnik zeigt Stabilisierungsversuch
Vom 52-Wochen-Tief bei 686,80 Euro, erreicht am 26. Juni 2026, hat sich die Aktie um gut 8,5 Prozent erholt. Der RSI liegt bei 44,7 und damit in neutraler Zone – Raum für eine Fortsetzung der Stabilisierung ist vorhanden. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 828,46 Euro fehlen der Aktie aktuell noch rund 10 Prozent.
Genau diese Marke gilt als nächste wichtige Hürde. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte technisch orientierte Käufer zurückbringen, sofern die kommenden Daten zum verwalteten Vermögen die optimistischen Analystenschätzungen stützen. Die Marktkapitalisierung von Partners Group liegt derzeit bei 19,05 Milliarden Euro.
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