Die Deutsche Bank hat Partners Group am Dienstag von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und das Kursziel von 840 auf 785 Franken gesenkt. Als Begründung nennen die Analysten eine unerwartet langsame Erholung im Evergreen-Geschäft, die das mittelfristige Wachstum der verwalteten Vermögen belasten könnte. Die Aktie schloss gestern bei 774,40 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag.
Der Rücksetzer fällt in eine Phase, in der Partners Group operativ auf mehreren Feldern zugleich aktiv ist. Auf Jahressicht steht die Aktie mit 34 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 27 Prozent.
Das Papier notiert damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro vom 2. September 2025 – der Abstand liegt bei 38 Prozent. Zugleich bewegt sich der Kurs nur noch rund 3,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine gewisse Stabilisierung im kurzfristigen Trend hindeutet.
Zukäufe trotz Kursdruck
Am Donnerstag bestätigte Partners Group den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an AVK, einem europäischen Anbieter von Stromlösungen für Rechenzentren. Die Transaktion läuft über das vierte direkte Infrastrukturprogramm des Unternehmens, das zuletzt mit mehr als 15 Milliarden US-Dollar geschlossen wurde.
Parallel dazu berichtete die Financial Times Anfang der Woche über fortgeschrittene Verhandlungen um die Übernahme der französischen Beauty-Marke Aroma-Zone von Eurazeo für rund 2 Milliarden Euro. Beide Vorgänge zeigen, dass Partners Group sein Kapital trotz des schwierigen Marktumfelds weiter in neue Beteiligungen lenkt.
Auch im Bestandsportfolio meldet das Unternehmen Fortschritte. Seit der Übernahme im Jahr 2021 sind die Umsätze bei DiversiTech um 60 Prozent gestiegen, bei PremiStar sogar um 100 Prozent. Das jährliche EBITDA-Wachstum lag bei 14 beziehungsweise 22 Prozent.
Bei der Portfoliogesellschaft Foundation Risk Partners führte der Einsatz von KI-Lösungen in Zusammenarbeit mit der Beteiligung Version 1 zu einer Steigerung der EBITDA-Marge um 120 Basispunkte, was rechnerisch 10 Millionen US-Dollar entspricht.
Streitpunkt Bewertungspraxis
Bereits Ende April hatte Partners Group einen Bericht des Short-Sellers Grizzly Reports offiziell als diffamierend und irreführend zurückgewiesen und rechtliche Schritte gegen die darin erhobenen Vorwürfe zur eigenen Bewertungspraxis geprüft.
Der Vorgang liegt damit deutlich vor der aktuellen Herabstufung durch die Deutsche Bank, bleibt für Anleger aber als Hintergrund relevant, da Bewertungsfragen bei einem Vermögensverwalter mit hohem Anteil illiquider Anlagen naturgemäß sensibel sind.
Für die weitere Einordnung dürfte der Halbjahresbericht entscheidend werden, den Partners Group für den 1. September angekündigt hat. Erst dann zeigt sich, ob die von der Deutschen Bank befürchtete Wachstumsdelle im Evergreen-Geschäft tatsächlich eintritt oder ob die operativen Fortschritte in Infrastruktur und Portfoliogesellschaften das Bild aufhellen können. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen neuen Deal-Meldungen und der skeptischeren Analystenhaltung schwanken.
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