Einfrieren, Liquiditätsstopp, Panik — so lauteten die Schlagworte, die zuletzt über Partners Group kursierten. Das Unternehmen hat diese Spekulationen am Freitag klar als unbegründet zurückgewiesen.
Keine Änderungen an den Evergreen-Fonds
Partners Group stellte unmissverständlich klar: Es plant keine zusätzlichen Liquiditätsbeschränkungen für seine Evergreen-Fonds. Die Portfolios seien gesund, die Liquidität liege im Zielbereich. Beide Fonds hätten seit ihrer Auflegung das eingesetzte Kapital etwa verfünffacht. Im laufenden Jahr realisierten sie rund 15 Prozent — ähnliche Ergebnisse erwartet das Unternehmen für 2026.
Gestützt werden die Liquiditätspositionen durch laufende Ausschüttungen aus den Portfolios sowie durch ungenutzte Kreditlinien. Beide Fonds nehmen weiterhin neue Zeichnungen an.
Die Gerüchte entstanden nicht im Vakuum. Hintergrund ist ein 8,6 Milliarden Dollar schwerer Private-Equity-Fonds, bei dem Partners Group bereits früher Liquiditätsbeschränkungen eingeführt hatte. Marktbeobachter spekulierten, ob ähnliche Maßnahmen nun auf weitere Vehikel ausgeweitet werden könnten.
Neues Immobilienprogramm mit starkem Start
Operativ zeigt sich Partners Group wenig beeindruckt von der Debatte. Das Unternehmen hat sein fünftes Immobilien-Sekundärprogramm gestartet — mit einem Zielvolumen von 1,5 Milliarden Dollar. Beim ersten Closing flossen bereits über 650 Millionen Dollar zu. Das Programm bietet sowohl General als auch Limited Partnern Liquiditätslösungen im Immobilienbereich. Partners Group ist seit fast zwei Jahrzehnten in diesem Segment aktiv und hat dort über 6 Milliarden Dollar in mehr als 120 Transaktionen investiert.
Aktie nahe Mehrjahrestief
An der Börse hinterlässt die Unsicherheit deutliche Spuren. Die Aktie notiert mit einem RSI von 28,7 im überverkauften Bereich und liegt rund 37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro. Seit Jahresanfang hat der Kurs fast 30 Prozent verloren. Am Donnerstag markierte die Aktie den tiefsten Stand seit April 2020 — am Freitag erholte sie sich leicht auf 767,00 Euro.
Ob die Klarstellung des Unternehmens ausreicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen, hängt davon ab, wie sich die Realisierungen im zweiten Halbjahr entwickeln. Das nächste messbare Signal kommt mit den Halbjahreszahlen.
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