Während Extremwetter in Europa nach Einschätzungen mehrerer Institute Milliarden an Wirtschaftsleistung kostet, spielt die Hitze bei Partners Group in eine ganz andere Richtung.
Zwei US-Beteiligungen des Schweizer Private-Equity-Investors aus dem Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik verzeichnen laut einer am Montag verbreiteten Mitteilung des Unternehmens kräftiges Wachstum, weil steigende Temperaturen die Nachfrage nach Kühlsystemen in den USA anheizen.
DiversiTech und PremiStar wachsen zweistellig
Konkret nennt Partners Group zwei Portfoliounternehmen: DiversiTech steigerte den Umsatz um 60 Prozent, das EBITDA wuchs im Schnitt der vergangenen Jahre mit einer jährlichen Rate von 14 Prozent. Bei PremiStar, das Partners Group 2021 übernommen hat, hat sich der Umsatz seit dem Einstieg verdoppelt, das EBITDA legte mit einer jährlichen Wachstumsrate von 22 Prozent noch deutlicher zu.
Als Treiber nennt Partners Group neben den extremen Wetterlagen auch alternde Klimaanlagen-Bestände in den USA, den Trend zu höherer Energieeffizienz sowie die zunehmende Automatisierung von Gebäudetechnik.
Für Anleger ist die Meldung ein Signal dafür, wie stark einzelne Portfoliounternehmen des Investors von makroökonomischen und klimatischen Trends profitieren können.
Partners Group verwaltet als einer der großen Private-Markets-Anbieter Beteiligungen quer durch verschiedene Branchen und Regionen – die beiden HVAC-Töchter zeigen exemplarisch, wie thematische Wetten auf strukturelle Trends wie Klimawandel und Gebäudetechnik operativ Früchte tragen können.
Analysten sehen Kursziel unter aktuellem Niveau
Die Einschätzung der Analysten zur Aktie selbst bleibt verhalten. Nach der Meldung zu den HVAC-Beteiligungen wird ein Rating von „Hold“ mit einem Kursziel von 680 Schweizer Franken genannt. Die Aktie notiert im deutschen Handel aktuell bei 778,60 Euro und büßt am heutigen Montag 1,27 Prozent ein – am Freitag hatte der Schlusskurs noch bei 788,60 Euro gelegen.
Der Blick auf die vergangenen Monate zeigt, dass die Erholung der vergangenen Wochen nicht über die grundsätzliche Schwäche des Jahres hinwegtäuscht. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das die Aktie Anfang September erreicht hatte, beträgt der Abstand aktuell 37,21 Prozent.
Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 749,02 Euro notiert das Papier dagegen 3,95 Prozent höher, was auf eine kurzfristige Stabilisierung nach dem starken Kursrückgang der vergangenen zwölf Monate hindeutet.
Klimawandel als zweischneidiges Schwert
Die Meldung zu DiversiTech und PremiStar fällt in eine Woche, in der mehrere Institute vor den wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels warnen. Die Triodos Bank rechnet damit, dass hitzebedingte Störungen das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union in diesem Jahr um rund ein Prozent beziehungsweise etwa 180 Milliarden Euro drücken könnten, wobei vor allem die Landwirtschaft mit Einbußen von drei bis sieben Prozent betroffen sei. Auch Allianz und ING verweisen auf spürbare Belastungen für Rhein-Schifffahrt, Atomkraftwerke und Landwirtschaft in mehreren europäischen Ländern.
Für Partners Group zeigt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Während der Klimawandel andernorts Wachstum kostet, generiert er in den USA über Beteiligungen im Kühlgeschäft zusätzliche Nachfrage.
Ob sich dieser Effekt auch in den kommenden Quartalszahlen des Konzerns niederschlägt, dürfte für Anleger der eigentliche Prüfstein sein – die aktuelle Meldung liefert dafür zumindest ein positives Signal aus einem einzelnen, aber wachstumsstarken Teil des breit gestreuten Portfolios.
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