Partners Group hat nach Angaben von Alternatives Watch ihren ersten eigenständigen Fonds für Infrastruktur-Secondaries geschlossen. Das Volumen liegt bei 5,5 Milliarden Dollar. Zusammen mit dem bereits zuvor aufgelegten Direct-Infrastructure-Programm über 15 Milliarden Dollar kommt der Zuger Vermögensverwalter damit auf ein zweistelliges Milliardenvolumen an frisch eingesammeltem Kapital für Infrastrukturinvestitionen.
Fundraising trotz schwachem Aktienkurs
Der neue Fonds markiert für Partners Group den Einstieg in ein eigenes Secondaries-Segment für Infrastrukturbeteiligungen – ein Bereich, in dem institutionelle Investoren zuletzt verstärkt Liquidität suchen, weil sich Ausstiege aus bestehenden Fondsanteilen am Primärmarkt verzögern. Der Zeitpunkt der Fondsschließung fällt in eine Woche, in der laut Alternatives Watch mehrere Anbieter parallel Rekordsummen für Infrastrukturvehikel eingesammelt haben, sodass sich das branchenweite wöchentliche Fundraising-Volumen in diesem Segment auf über 20 Milliarden Dollar summierte. Für Partners Group unterstreicht der Doppelschlag aus Direktprogramm und Secondaries-Fonds, dass institutionelles Kapital trotz volatiler Börsen weiterhin in illiquide Infrastrukturanlagen fließt.
Der Erfolg beim Fundraising steht in auffälligem Kontrast zur Kursentwicklung der Aktie. Partners Group schloss am Freitag bei 725,80 Euro, ein Plus von 0,28 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht hat das Papier jedoch rund 31,6 Prozent an Wert verloren und notiert damit gut 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro vom vergangenen August. Der Kursverfall spiegelt die branchenweite Skepsis gegenüber Private-Markets-Anbietern wider, deren Bewertungen unter höheren Zinsen und schwächeren Exit-Aktivitäten gelitten haben.
Institutionelles Interesse an Infrastruktur bleibt hoch
Dass Partners Group trotz des schwachen Aktienkurses frisches Kapital für Infrastrukturprojekte mobilisieren kann, deutet auf eine Entkopplung zwischen operativem Neugeschäft und Börsenbewertung hin. Institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherer suchen weiterhin nach stabilen, inflationsgeschützten Erträgen aus Infrastrukturanlagen – ein Trend, der sich zuletzt auch bei anderen Anbietern zeigte, die in derselben Woche substanzielle Summen für ähnliche Vehikel einsammelten. Für Partners Group als einen der größeren Player im Bereich alternativer Kapitalanlagen bedeutet der geschlossene Fonds zusätzliches verwaltetes Vermögen und damit potenziell steigende Management-Gebühren in den kommenden Jahren.
Für die Aktie bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Das operative Fundraising-Momentum liefert positive Signale, während die technische Verfassung des Papiers angeschlagen wirkt. Mit einem RSI von 42,8 und einem Abstand von rund 8,3 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt notiert der Titel in einer neutralen bis leicht überverkauften Zone, ohne dass sich daraus bereits eine klare Trendwende ableiten lässt. Die Marktkapitalisierung von Partners Group liegt aktuell bei 18,87 Milliarden Euro – ein Wert, der die Diskrepanz zwischen dem eingesammelten Fondsvolumen und der eigenen Börsenbewertung verdeutlicht.
Anleger dürften in den kommenden Wochen genau beobachten, ob sich das starke Neugeschäft im Infrastrukturbereich in den kommenden Quartalszahlen von Partners Group niederschlägt und ob dies ausreicht, um das seit Monaten belastete Sentiment gegenüber der Aktie zu drehen.
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