Partners Group notiert auf einem 52-Wochen-Tief — und der Druck nimmt weiter zu. Analysten kürzen Kursziele, Leerverkäufer bauen Positionen aus, und das Vertrauen der Investoren erodiert spürbar.
Kursziele fallen auf breiter Front
Goldman Sachs senkte das Kursziel innerhalb einer Woche zum zweiten Mal — von 960 auf 860 Franken. Analyst Oliver Carruthers verweist auf hohe Rücknahmeanträge bei den Evergreen-Fonds, schwächere Performance gegenüber Wettbewerbern und sinkende Wachstumsaussichten.
AlphaValue/Baader Europe kürzte das Kursziel auf 1.008 Franken. Die Begründung: ein branchenweites Gating bremse das Wachstum und drücke auf die Gewinne. Für 2026 erwartet das Haus nun null AuM-Wachstum gegenüber 2025.
Die Gewinnschätzungen folgen nach unten. AlphaValue/Baader Europe senkte die EPS-Prognose für 2026 um rund 7 Prozent auf 46 Franken — für 2027 sogar um fast 21 Prozent auf 49,7 Franken. Bank of America kürzte ihr Kursziel von 1.150 auf 850 Franken, Jefferies von 1.130 auf 760 Franken. Oddo BHF stufte die Aktie von Kauf auf Halten zurück.
Leerverkäufer erhöhen den Druck
Das Short Interest liegt bei rund 8 Prozent aller ausstehenden Aktien — ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vormonat. Kein Wunder: Die Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 35 Prozent und notiert aktuell bei 709,80 Euro — knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief von 703 Euro.
Der RSI liegt bei 23, was technisch als stark überverkauft gilt. Ob das einen Boden markiert, hängt davon ab, ob das Gating als vorübergehend oder strukturell eingestuft wird.
Konsens sieht Aufwärtspotenzial — mit Fragezeichen
Über alle 13 erfassten Analysten liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel bei 966 Franken — weit über dem aktuellen Kurs. Den NAV des Portfolios sehen die meisten als weitgehend intakt an.
Das eigentliche Problem liegt woanders. Wenn das Gating die kurzfristigen Gebühreneinnahmen drückt, reagiert die Aktie stärker auf den Ertragsstream als auf den Portfoliowert. Eine höhere Nettoverschuldung könnte die Dividendenflexibilität zusätzlich einschränken.
Das Management hält dennoch an seiner Jahresprognose fest: Bruttoneugeldzuflüsse von bis zu 32 Milliarden Dollar bleiben das Ziel — bei einem verwalteten Vermögen von 185 Milliarden Dollar. Wie überzeugend dieses Signal wirkt, wird sich zeigen, sobald der Markt die nächsten Mittelfluss-Daten sieht.
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