690 Euro. Tiefer stand die Aktie der Partners Group seit einem Jahr nicht mehr. Ein massiver Ansturm besorgter Anleger zwingt den Vermögensverwalter nun zum Handeln. Das Schweizer Unternehmen zieht bei seinen milliardenschweren Evergreen-Fonds weitreichende Konsequenzen.
Anfang Juni eskalierte die Lage bei einem der größten Private-Equity-Fonds des Hauses. Investoren wollten knapp zehn Prozent des Fondsvolumens abziehen. Die vertragliche Schwelle lag allerdings bei nur fünf Prozent. Die Partners Group musste die Rückgaben für den 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Global Value SICAV rigoros kappen.
An der Börse hinterlässt dieser Engpass tiefe Spuren. Das Papier rutschte am Freitag auf 690,60 Euro ab. Damit markiert der Titel exakt sein neues 52-Wochen-Tief.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 37 Prozent. Ein stark überverkaufter RSI-Wert von 21 unterstreicht die aktuelle Panik am Markt. Höhere Zinsen erschweren branchenweit lukrative Unternehmensverkäufe und bremsen die Kapitalrückflüsse.
Neue Grenzen für Evergreen-Fonds
Verwaltungsratspräsident Steffen Meister plant nun eine drastische Anpassung. Er will die Gesamtgrößen der betroffenen Fonds für vermögende Privatanleger künftig reduzieren. Die grundlegende Strategie bleibt unangetastet. Vielmehr sollen die Volumina besser zu den starken Schwankungen von Zu- und Abflüssen passen.
Um die Wogen zu glätten, greift das Management in die eigene Tasche. Führungskräfte kauften seit Juni eigene Aktien für über 60 Millionen Schweizer Franken. Eine klare Botschaft an den Markt.
Für die kommenden Jahre hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Die Partners Group erwartet für 2026 Brutto-Neugeldzuflüsse von bis zu 32 Milliarden US-Dollar. Ein stabilisierender Faktor: 80 Prozent der Gelder stammen von institutionellen Investoren. Das institutionelle Hauptgeschäft bleibt von der aktuellen Privatkunden-Flucht somit unberührt.
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