Partners Group kämpft an mehreren Fronten. Die Aktie notiert knapp über dem 52-Wochen-Tief, Rücknahmen aus dem Flaggschiff-Fonds übersteigen die Kapazitätsgrenzen — und der Londoner Investment-Trust soll eine völlig neue Aktienstruktur bekommen.
Duale Aktienklassen gegen den NAV-Abschlag
Der in London notierte Investment-Trust PGPE wird mit einem deutlichen Abschlag zum Nettoinventarwert gehandelt. Der Vorstand schlägt eine Aufspaltung in zwei Klassen vor: „Continuing Ordinary Shares“ für langfristige Investoren und „Realization Shares“ für jene, die schrittweise aussteigen wollen. Letztere sind auf 30 Prozent des Gesamtvolumens begrenzt.
Die Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen. Bei Zustimmung tritt die neue Struktur im vierten Quartal 2026 in Kraft.
Das Ziel: den NAV-Abschlag reduzieren. Börsennotierte Private-Equity-Vehikel handeln strukturell unter ihrem inneren Wert, weil Anleger einen Aufschlag für die Illiquidität verlangen.
Evergreen-Fonds unter Druck
Der Reformschritt hat einen konkreten Auslöser. Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus dem 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Global Value SICAV auf 5 Prozent des NAV. Zuvor hatten Rücknahmeanträge auf geschätzte 9,8 Prozent angezogen. Ein Delaware-Vehikel verzeichnete Abflüsse von rund 6 Prozent des NAV.
Privatanleger, die rund 20 Prozent der verwalteten Vermögen ausmachen, zogen ihr Kapital deutlich schneller ab als institutionelle Kunden. Das Unternehmen warnt, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum im zweiten Halbjahr 2026 um ein bis zwei Prozentpunkte bremsen könnte — mit ähnlichem Effekt für 2027.
Analysten senken Ziele, Leerverkäufer erhöhen Druck
AlphaValue/Baader Europe kürzte sein Kursziel auf 1.008 Schweizer Franken. In einer Note vom 19. Juni erwartet das Haus, dass das AuM-Niveau 2026 gegenüber 2025 stagniert. Die EPS-Prognosen wurden auf 46 Schweizer Franken für 2026 und 49,7 Franken für 2027 gesenkt — ein Rückgang von 7 bzw. 21 Prozent.
Der Konsens aus 13 Analysten liegt beim durchschnittlichen Kursziel von 966 Schweizer Franken. Sechs empfehlen den Kauf, sieben raten zum Halten.
Obendrein hält der Short-Seller Grizzly Research seine Wette auf fallende Kurse aufrecht. Seit April behauptet er Bewertungsinkonsistenzen in den Evergreen-Fonds — mit der Schätzung, dass bis zu 40 Prozent der Investitionen erheblich falsch bewertet sein könnten.
Das Management hält dagegen. Partners Group besteht auf seiner Jahresprognose: Brutto-Neugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für 2026. Mitgründer Alfred Gantner und weitere Führungskräfte kauften seit Februar Aktien im Wert von fast 60 Millionen Schweizer Franken — allein im Juni waren es rund 31 Millionen.
15. Juli als erster Belastungstest
Die Aktie notiert mit einem RSI von 23 tief im überverkauften Bereich. Seit Jahresbeginn hat sie rund 35 Prozent verloren und liegt knapp über dem 52-Wochen-Tief bei 700 Euro.
Am 15. Juli legt Partners Group seine verwalteten Vermögen per 30. Juni offen. Die Zahl wird zeigen, wie stark die Rücknahmewelle die AuM-Basis tatsächlich ausgehöhlt hat. Der Quartalsbericht folgt am 1. September 2026.
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