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Partners Group Aktie: 31,29 Prozent Minus seit Jahresanfang

UBS senkt das Kursziel für Partners Group auf 705 Franken und stuft auf Neutral ab. Margendruck und Liquiditätsrisiken bei Evergreen-Fonds belasten die Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UBS senkt Kursziel auf 705 Franken
  • Einstufung auf Neutral herabgestuft
  • Evergreen-Fonds: Liquiditätsrisiken und Abflüsse
  • Rekord-Fundraising von 16 Milliarden US-Dollar

UBS hat das Kursziel für Partners Group heute deutlich gesenkt – von 1.175 auf 705 Schweizer Franken. Die Einstufung lautet nun „Neutral“. Als Begründung nennt die Bank den Margendruck durch sinkende Performance-Erträge sowie Liquiditätsrisiken bei den sogenannten Evergreen-Fonds des Zuger Private-Markets-Investors. Die Aktie notiert im deutschen Handel aktuell bei 729,00 Euro und gibt damit leicht nach.

Nicht alle Analysten teilen die Skepsis von UBS. Die Zürcher Kantonalbank hatte am 20. Juli ihre Einstufung „Übergewichten“ für Partners Group bestätigt – trotz des schwierigen Umfelds bei den erfolgsabhängigen Gebühren. Die gegensätzlichen Einschätzungen zeigen, wie unterschiedlich das Fundraising-Momentum und die Ertragsstruktur des Unternehmens derzeit bewertet werden.

Ertragsstruktur unter Druck

Der Kern der Bedenken liegt in der Ertragsmischung. Partners Group hatte selbst Mitte Juli mitgeteilt, dass der Anteil der Performance-Erträge am Gesamtumsatz für das erste Halbjahr voraussichtlich unter 20 Prozent liegen wird – deutlich unterhalb des langfristigen Zielkorridors von 25 bis 40 Prozent. Gleichzeitig meldete das Unternehmen Mittelabflüsse von 3,8 Milliarden US-Dollar aus den Evergreen-Fonds im ersten Halbjahr. Das Management rechnet dadurch mit einer Dämpfung des Netto-Vermögenswachstums um ein bis zwei Prozentpunkte für die Jahre 2026 und 2027.

Wie ernst die Liquiditätsfrage bei diesen offenen, halb-liquiden Fondsstrukturen genommen wird, zeigte sich bereits im Juni. Damals begrenzte Partners Group die Rücknahmen beim 8,6 Milliarden US-Dollar schweren „Global Value SICAV“-Fonds auf 5 Prozent pro Quartal, nachdem Rücknahmeanträge fast 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts erreicht hatten. Genau solche Restriktionen bei Evergreen-Produkten führte auch Jefferies bereits am 20. Juli als Argument für eine Kurszielsenkung von 760 auf 710 Franken an, bei unveränderter „Hold“-Einstufung.

Fundraising-Rekorde als Gegengewicht

Dem Margendruck stehen operative Erfolge im institutionellen Kapitalgeschäft gegenüber. Für das erste Halbjahr meldete Partners Group Rekord-Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar, nach 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Gesamtvermögen kletterte per Ende Juni auf 186 Milliarden US-Dollar. Die Jahresprognose für Brutto-Neugelder zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar für 2026 bestätigte das Unternehmen unverändert.

Auch im Infrastrukturgeschäft lief es zuletzt rund: Ende Juli schloss Partners Group das Programm „Infrastructure Secondaries“ final bei über 5,5 Milliarden US-Dollar ab, rund 70 Prozent des Kapitals stammten von Neukunden. Wenige Tage zuvor war bereits das vierte direkte Infrastrukturprogramm mit Gesamtzusagen von über 15 Milliarden US-Dollar abgeschlossen worden. Am 29. Juli erwarb zudem die verbundene, separat gelistete Partners Group Private Equity Limited im Rahmen ihres laufenden Rückkaufprogramms 35.000 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 6,99 Euro und erhöhte ihren Eigenbestand auf gut 2,46 Millionen Stück.

Kursbild spiegelt die Unsicherheit

Die Aktie der Partners Group liegt seit Jahresanfang 31,29 Prozent im Minus und hat sich damit deutlich vom 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro aus dem August 2025 entfernt – der Abstand beträgt aktuell 39,93 Prozent. Der Kursverlauf zeigt damit, wie stark die Bewertungszweifel rund um die Ertragsqualität und die Liquiditätsstruktur der Evergreen-Fonds bereits eingepreist sind, während die operativen Fundraising-Zahlen gegenläufig verlaufen.

Für Klarheit dürfte der detaillierte Halbjahresbericht sorgen, den Partners Group für den 1. September angekündigt hat. Erst dann wird der vollständige Gewinnausweis zeigen, wie stark der Margendruck aus den schwächeren Performance-Erträgen tatsächlich auf das Ergebnis durchschlägt – und ob die Rekord-Zuflüsse aus dem institutionellen Geschäft die Lücke aus den Evergreen-Abflüssen kompensieren können.

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Diskussion zu Partners Group

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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