Starke institutionelle Nachfrage, schwache Kurse. Bei Partners Group klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung derzeit weit auseinander. Ein kleiner Teil der Kundschaft drückt massiv auf die Stimmung. Die Rücknahmewelle aus den Evergreen-Fonds überschattet das eigentliche Kerngeschäft.
Institutionelle Stärke trifft Retail-Schwäche
Rund 80 Prozent der verwalteten Vermögen stammen von institutionellen Investoren. Dieses Geschäft läuft rund. Ein Private-Equity-Programm sammelte bis April über neun Milliarden US-Dollar ein. Parallel dazu startete ein neues Immobilien-Programm mit ersten Zusagen von 650 Millionen US-Dollar.
Die restlichen 20 Prozent stammen von privaten Vermögenskunden. Genau hier liegt das Problem. Der luxemburgische Private-Equity-Fonds verzeichnete im zweiten Quartal Rücknahmeanträge von fast zehn Prozent des Nettoinventarwerts. Ein US-Vehikel meldet Abflüsse von rund sechs Prozent.
Wachstum verliert an Tempo
Das Management hält an der Jahresprognose fest. Partners Group erwartet im laufenden Jahr weiterhin Neugelder von bis zu 32 Milliarden US-Dollar. Die Abflüsse hinterlassen dennoch Spuren. Das Nettowachstum der verwalteten Vermögen dürfte im zweiten Halbjahr um ein bis zwei Prozentpunkte sinken.
Spekulationen über eingefrorene Gelder trat das Unternehmen entgegen. Partners Group plant keine zusätzlichen Liquiditätsbeschränkungen. Beide betroffenen Evergreen-Fonds bleiben für neue Zeichnungen geöffnet.
Aktie tief im Minus
An der Börse dominiert die Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei rund 764 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf exakt 30 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch ist das Papier inzwischen 37 Prozent entfernt. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 30,4 eine stark überverkaufte Situation. Analysten bewerten das institutionelle Geschäft zwar als stabil. Die Unsicherheit im Retail-Segment verhindert jedoch eine schnelle Erholung.
Der nächste Impuls steht bereits fest. Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die aktualisierten Zahlen zu den verwalteten Vermögen. Dieser Termin liefert den nächsten harten Faktenabgleich. Die gemeldeten Nettomittelzuflüsse werden darüber entscheiden, ob der Markt die Retail-Abflüsse als temporäre Delle oder als strukturelles Problem bewertet.
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