Ein eingefrorener Fonds sendet Schockwellen durch den Schweizer Finanzplatz. Partners Group muss bei seinem „Global Value SICAV“ die Notbremse ziehen. Die Folge: ein brutaler Ausverkauf der eigenen Aktie.
Die Rücknahmeanträge für den Fonds kletterten im zweiten Quartal auf fast zehn Prozent. Das Management begrenzt quartalsweise Abflüsse nun auf fünf Prozent des Nettoinventarwerts. Eine ähnliche Maßnahme droht einem weiteren Private-Equity-Fonds in Delaware.
Die Aktie stürzte in den vergangenen 30 Tagen um 20,31 Prozent ab. Aktuell notiert das Papier bei 772,80 Euro.
Analysten der Oddo BHF strichen daraufhin ihre Kaufempfehlung. Sie senkten das Kursziel für den Titel auf 920 Schweizer Franken. Marktbeobachter reagieren zunehmend nervös auf strukturelle Liquiditätsrisiken.
Warnsignal für die Branche
Das Problem betrifft nicht nur den Zuger Vermögensverwalter. Eine aktuelle Studie der Asset Management Association Switzerland nennt fehlende Liquidität als zentrales Risiko für Privatmärkte. Rund 57 Prozent der befragten Experten sehen darin die größte Hürde im Vertrieb. Der Vorfall bei Partners Group wirkt hier als lautes Warnsignal.
Technisch ist die Aktie stark angeschlagen. Der Relative-Stärke-Index fiel auf 27,2. Damit gilt der Titel als massiv überverkauft. Bis zum 52-Wochen-Tief bei 733,00 Euro fehlt nur noch ein kleiner Puffer.
Wachstumsziele bleiben bestehen
Das Management stemmt sich gegen die Krise. Der Großteil der verwalteten Vermögen stammt von institutionellen Investoren. Diese Gelder gelten als stabil. Für 2026 plant Partners Group weiterhin mit Neugeldzuflüssen von bis zu 32 Milliarden US-Dollar. Allerdings dämpft der Rücknahme-Stopp das Netto-Wachstum im zweiten Halbjahr um bis zu zwei Prozentpunkte.
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