Partners Group hat am Donnerstag ein Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar mit einem großen institutionellen Investor in Asien abgeschlossen. Damit knüpft der Schweizer Vermögensverwalter an eine Serie von Erfolgen im asiatischen Raum an: Binnen eines Jahres gewann das Unternehmen mehr als fünf große Mandate in der Region, darunter einen Auftrag über 800 Millionen Euro von einem regionalen Staatsfonds mit Schwerpunkt auf Private Equity und Infrastruktur.
Die Nachricht fällt in eine Phase, in der Anleger die Nettomittelzuflüsse des Zuger Unternehmens genau im Blick behalten. Im ersten Halbjahr 2026 sammelte Partners Group netto 16 Milliarden US-Dollar an Neugeldern ein und verwaltete zum 30. Juni insgesamt 186 Milliarden US-Dollar – ein Plus gegenüber den 174 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Guidance von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar an erwarteter Brutto-Kundennachfrage.
Evergreen-Fonds bleiben Belastungsfaktor
Dem Zufluss aus institutionellen Mandaten stehen spürbare Abflüsse aus den sogenannten Evergreen-Fonds gegenüber, jenen halbliquiden Vehikeln, die Privatanlegern regelmäßigen Zugang zu Private-Markets-Investments bieten sollen. Im ersten Halbjahr summierten sich die Rücknahmen aus diesem Segment auf 3,8 Milliarden US-Dollar, wobei 79 Prozent auf drei reifere Fonds entfielen.
Dem stehen im gleichen Zeitraum Kapitalzusagen von 4,2 Milliarden US-Dollar gegenüber. Partners Group rechnet damit, dass die Evergreen-Entwicklung das Nettowachstum der verwalteten Vermögen in der zweiten Jahreshälfte um 1 bis 2 Prozentpunkte bremst.
Bereits im Juni hatte das Unternehmen beim 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Fonds Global Value SICAV ein sogenanntes Gating eingeführt, das Rücknahmen auf maximal 5 Prozent pro Quartal begrenzt. Solche Beschränkungsmechanismen sind in der Branche kein Neuland, verstärken aber die Nervosität von Anlegern, die auf kurzfristige Liquidität angewiesen sind.
Bloomberg zählte Partners Group Mitte August zum schlechtesten Performer im MSCI-Index für europäische Finanzunternehmen des laufenden Jahres – ein Umstand, der die anhaltenden Sorgen um die Evergreen-Rücknahmen widerspiegelt.
Kurs unter Druck, Bewertung skeptisch
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 767,80 Euro und büßte im Tagesverlauf 1,1 Prozent ein. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 28 Prozent zu Buche, auch wenn das Papier zuletzt leicht über seinem 50-Tage-Durchschnitt lag, was auf eine gewisse kurzfristige Stabilisierung hindeutet.
Mehrere Analysehäuser hatten ihre Kursziele im Juli deutlich gekappt: UBS strich ihre Kaufempfehlung und senkte das Ziel auf 705 Schweizer Franken von zuvor 1.175 Franken, Barclays reduzierte auf 940 von 1.200 Franken, die ZKB taxierte den fairen Wert auf 1.050 Franken.
Diese Einschätzungen liegen inzwischen mehrere Wochen zurück und spiegeln nicht zwingend die aktuelle Lage wider, insbesondere angesichts der jüngsten Mandatserfolge in Asien.
Expansion in neue Geschäftsfelder
Parallel zum organischen Wachstum treibt Partners Group seine Investitionstätigkeit voran. Anfang August erwarb das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren in Europa, wobei Eurazeo eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behält.
Zudem verhandelt Partners Group exklusiv über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone von Eurazeo, einer Transaktion, die laut Financial Times einen Unternehmenswert von rund 2 Milliarden Euro haben dürfte.
Anleger richten den Blick nun auf den 1. September, wenn Partners Group seine Halbjahresergebnisse 2026 veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, ob die neuen Mandate in Asien und die Zukäufe im Private-Equity-Geschäft die Abflüsse aus dem Evergreen-Segment kompensieren können.
Partners Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Partners Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Partners Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
