Partners Group hat ein Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar mit einem institutionellen Großanleger in Asien abgeschlossen. Die Struktur ist als „open-ended evergreen“ konzipiert und kombiniert eine diskretionäre Tranche mit zusätzlichem Co-Investment-Kapital. Für den Schweizer Beteiligungskonzern ist es ein weiterer Baustein im Ausbau des Kreditgeschäfts außerhalb der klassischen Buyout-Sparte.
Expansion auf mehreren Kontinenten
Das Asien-Mandat reiht sich in eine Serie von Transaktionen ein, mit denen Partners Group zuletzt sein Portfolio verbreitert hat. Vor rund zwei Wochen war bereits die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions vereinbart worden, für die das Unternehmen initial mehr als 1 Milliarde US-Dollar Eigenkapital einsetzt.
Das AVK-Management behält dabei eine Minderheitsbeteiligung, die Mittel sollen laut Bloomberg die internationale Expansion des Unternehmens finanzieren.
Zusätzlich befindet sich Partners Group in exklusiven Gesprächen über die Übernahme von Aroma-Zone, einem Geschäft des französischen Investors Eurazeo, der im Zuge des Deals eine signifikante Minderheitsbeteiligung behalten würde.
Parallel dazu meldete das Unternehmen starke operative Fortschritte bei zwei bestehenden Beteiligungen im US-amerikanischen HVAC-Sektor: Seit dem Erwerb stiegen die Umsätze bei DiversiTech um 60 Prozent, bei PremiStar haben sie sich sogar verdoppelt.
Politisches Störfeuer aus der Schweiz
Neben dem operativen Geschäft rückte Partners Group zuletzt auch politisch in den Blick. Die Schweizer Regierung empfahl dem Parlament, eine von den Firmengründern unterstützte Volksinitiative gegen das neue EU-Abkommen abzulehnen.
Die sogenannte Kompass-Initiative zielt darauf ab, bei Staatsverträgen künftig obligatorische Referenden vorzuschreiben. Für die Aktie dürfte dieser Vorgang aktuell eher am Rande relevant sein, er zeigt aber den politischen Einfluss der Gründerfamilie über das operative Geschäft hinaus.
Kurs unter Druck, Analysten skeptischer
An der Börse hat die jüngste Deal-Aktivität die Aktie bislang nicht beflügelt. Das Papier schloss am Montag bei 765,00 Euro, nach einem Minus von 1,1 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 28 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro vom 2. September fehlen der Aktie mittlerweile 38 Prozent.
Zur schwächeren Stimmung passt eine Einschätzung von Deutsche Bank Research, die Partners Group Anfang des Monats von „Kaufen“ herabstufte und damit weniger Optimismus für die Aktie signalisierte – die Marktreaktion darauf wurde als negativ eingeordnet.
Trotz der zahlreichen Zukäufe und des Wachstums in bestehenden Beteiligungen bleibt der Kurs damit deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 934,05 Euro, was auf einen fortgesetzt angeschlagenen mittelfristigen Trend hindeutet. Ob die Serie an Transaktionen ausreicht, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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