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PANDION Aktie: 69-Millionen-Verlust 2025

Pandion meldet Insolvenz in Eigenverwaltung nach verpasster Zinszahlung. Die Anleihe 2021/28 verliert massiv an Wert, während fünf Tochterfirmen ebenfalls Anträge stellen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zinszahlung an Anleihegläubiger ausgeblieben
  • Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt
  • Fünf Tochtergesellschaften folgen mit eigenen Anträgen
  • Anleihekurs fällt um 88 Prozent in 30 Tagen

Die Zinszahlung auf die Unternehmensanleihe 2021/28 blieb aus. Fällig war sie am 5. August, geleistet wurde sie nicht – Pandion begründete dies mit einer kurzfristig entstandenen Liquiditätslücke. Wenige Tage später folgte der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung, seither hat sich der Kurs der Anleihe weiter erodiert.

Als Auslöser der ausgefallenen Zinszahlung nannte das Unternehmen den unerwarteten Rückzug eines Finanzierungspartners. Dieser Baustein fehlte offenbar so kurzfristig, dass er nicht mehr ersetzt werden konnte – ein Detail, das die Fragilität der Finanzierungsstruktur schlaglichtartig zeigt. Wenig später bestätigte Pandion, dass ein wesentlicher Finanzierungsbaustein weggefallen sei, was schließlich in den Insolvenzantrag mündete.

Geschäftszahlen 2025 zeigen tiefrote Bilanz

Wie stark die Schieflage bereits im vergangenen Jahr angelegt war, zeigen die Ende Juli veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Pandion erzielte Umsatzerlöse von 846,1 Millionen Euro, stand jedoch unter dem Strich mit einem Vorsteuerergebnis von minus 69 Millionen Euro da.

Als Ursachen nannte das Unternehmen Wertberichtigungen bei ausgewählten Gewerbeobjekten, veränderte Bewertungsparameter, gestiegene Finanzierungskosten und verzögerte Transaktionsmärkte – ein Zusammenspiel, das viele Projektentwickler in der Immobilienbranche derzeit belastet, bei Pandion aber offenbar besonders hart durchschlug.

Dabei gab es durchaus noch operative Aktivität: Im März hatte Apollo eine Projektfinanzierung über 240 Millionen Euro für das Münchner Bürovorhaben OFFICEHOME Beat bereitgestellt, das vollständig an Siemens vermietet ist. Im Mai verkaufte Pandion zudem einen Teil des Quartiers am Düsseldorfer Albertussee an Garbe Urban Real Estate. Diese Transaktionen konnten die grundlegenden Finanzierungsprobleme jedoch offenkundig nicht auffangen.

Kurs bleibt unter Druck

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Krise ungebremst wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Anleihe bei 5,00 Euro, ein Minus von 8,7 Prozent allein an diesem Tag. Auf Sicht von sieben Handelstagen beträgt der Kursrückgang 77 Prozent, über 30 Tage sogar 88 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index von 15 signalisiert eine stark überverkaufte Situation, während die annualisierte Volatilität von 261 Prozent das Ausmaß der Unsicherheit unterstreicht, mit der der Markt die Insolvenz und den Zinsausfall verarbeitet.

Fünf Tochtergesellschaften – PANDION Real Estate, PANDION Vertriebsgesellschaft, PANDION Design, PANDION Projektmanagement und PANDION Engineering – haben parallel eigene Insolvenzanträge beim Insolvenzgericht Köln gestellt.

Für Anleihegläubiger bleibt der für den 1. September angekündigte Webcast der zentrale Termin, bei dem weitere Details zum weiteren Vorgehen erwartet werden. Bis dahin bleibt offen, welchen Wert die Gläubiger aus der Insolvenzmasse noch realisieren können.

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Diskussion zu PANDION

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.