Ertragsschätzungen nach Produktions-Update korrigiert
In der vergangenen Woche rückte die Aktie von Pan American Silver erneut in den Fokus der Analysten, nachdem das Unternehmen zuvor seine operativen Erwartungen für das laufende Jahr präzisiert hatte. Edison Investment Research senkte in einer aktuellen Analyse die Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 2026 deutlich. Die Experten erwarten nun einen Wert von 3,65 US-Dollar, nachdem sie zuvor von 4,25 US-Dollar ausgegangen waren. Diese Korrektur folgt auf die Mitte August vorgelegten Quartalszahlen und die damit verbundene Anpassung der Förderziele für Gold.
Demgegenüber steht eine weiterhin optimistische Einschätzung von RBC Capital Markets. Die Bank bestätigte am vergangenen Donnerstag ihre Einstufung auf „Buy“. Marktbeobachter werten dies als Zeichen für das Vertrauen in die langfristige Substanz des Edelmetallproduzenten, trotz der kurzfristigen operativen Herausforderungen an einzelnen Standorten.
Kontrast zwischen Silber-Erfolg und Gold-Schwäche
Die vor rund zehn Tagen veröffentlichten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeichneten ein gemischtes Bild der operativen Leistungsfähigkeit. Während die Silberproduktion mit 6,5 Millionen Unzen am oberen Ende der Prognosespanne lag, enttäuschte die Goldförderung. Das Unternehmen sah sich gezwungen, den Ausblick für die Goldproduktion im dritten Quartal zu revidieren. Die erwartete Menge liegt nun signifikant unter dem ursprünglichen Zielkorridor, der bis zu 192.000 Unzen Gold vorsah. Laut Medienberichten ist dieser Rückgang primär auf eine schwächere Ausbeute in den Minen Jacobina und El Peñón zurückzuführen.
Unmittelbar nach Bekanntgabe dieser Zahlen und des verfehlten bereinigten Gewinns hatte das Papier laut Reuters zeitweise rund 9,8 Prozent an Wert verloren. Dennoch bestätigte das Management das Produktionsziel für Silber für das Gesamtjahr. Parallel dazu wurden jedoch die Erwartungen für die Ertragsteuerzahlungen im laufenden Jahr nach oben korrigiert und werden nun in einer Spanne zwischen 585 Millionen und 635 Millionen US-Dollar erwartet.
Rekordrückführungen und Fortschritte in Mexiko
Trotz der Volatilität im operativen Geschäft demonstrierte Pan American Silver finanzielle Stärke. Im zweiten Quartal generierte der Konzern einen zurechenbaren freien Cashflow von 344 Millionen US-Dollar. Davon flossen 300 Millionen US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurück. Die für das zweite Quartal deklarierte Bardividende soll planmäßig Anfang September ausgezahlt werden. Ein bereits im März angekündigtes Rückkaufprogramm wird unterdessen fortgesetzt.
Operativ vermeldete das Unternehmen zudem Fortschritte beim Projekt La Colorada Skarn in Mexiko. Anfang August wurde mit dem ersten Anschnitt der sogenannten 588-Rampe ein wichtiger Meilenstein erreicht. Dieser Zugang ist entscheidend, um die dortigen Skarn-Lagerstätten künftig wirtschaftlich erschließen zu können. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens im mexikanischen Bergbausektor.
Marktstimmung und Kursniveau
Die Anleger reagierten am Ende der Handelswoche positiv auf die Gesamtlage und die Stabilisierungsversuche. Die Aktie von Pan American Silver stieg am Freitag um 2,4 Prozent und schloss bei 45,54 Euro. Damit verringerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das im März bei 61,48 Euro markiert worden war. Trotz der jüngsten Erholungstendenzen notiert der Wert damit weiterhin rund 26 Prozent unter diesem Jahreshöchststand, was das aktuelle Spannungsfeld zwischen soliden Silberdaten und den Herausforderungen im Goldsegment widerspiegelt.
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