Die operativen Geschäfte laufen auf Hochtouren, die Aktienkurse im Softwaresektor fallen trotzdem. Bei Palantir klaffen fundamentale Entwicklung und Marktbewertung wenige Tage vor den Quartalszahlen weit auseinander. Während Analysten ihre Gewinnerwartungen nach oben schrauben, kappen sie die Kursziele.
Multiplikatoren unter Druck
Die Investmentbank Citi liefert dafür das beste Beispiel. Analyst Tyler Radke senkte sein Kursziel für die Palantir-Aktie von 260 auf 210 US-Dollar, beließ die Einstufung aber auf „Kaufen“. Parallel dazu hob er sogar die Gewinnschätzungen für das anstehende Quartal an.
Der Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt liegt nicht im Unternehmen selbst, sondern im breiteren Marktumfeld. Bei Unternehmenssoftware passen Investoren derzeit die Bewertungsmultiplikatoren massiv an. Branchengrößen wie Adobe oder ServiceNow haben seit Jahresbeginn deutliche Verluste verbucht.
Auch Palantir kann sich diesem Abwärtssog nicht entziehen. Die Aktie notiert aktuell bei 116,34 Euro und hat damit seit Januar fast 19 Prozent an Wert verloren. Der Kurs rutschte spürbar unter die 200-Tage-Linie.
Operatives Momentum bleibt stark
Operativ zeigt der Trend in eine andere Richtung. Die Experten von Rosenblatt halten an ihrem Kursziel von 200 US-Dollar fest und verweisen auf eine anhaltend starke Geschäftsdynamik. Treiber sind lukrative Regierungsaufträge sowie Fortschritte bei Großkunden wie Airbus und Stellantis.
Am 4. Mai legt das Management die offiziellen Bücher offen. Der Marktkonsens rechnet mit einem Umsatz von 1,54 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem massiven Wachstum von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwarten die Experten 0,28 US-Dollar. Die Wall Street blickt entsprechend optimistisch auf das Softwareunternehmen:
- 14 Analysten empfehlen den Kauf
- 5 Experten raten zum Halten
- 2 Beobachter stufen die Aktie als Verkauf ein
Volatilität nach den Zahlen erwartet
Ein starkes Abschneiden allein reicht angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von über 200 oft nicht aus. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Vorstand bei anhaltend hoher Nachfrage nach der KI-Plattform AIP die Jahresprognose anheben muss, um das Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Bislang peilt das Management für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 7,19 Milliarden US-Dollar an.
Historisch betrachtet reagiert das Papier extrem empfindlich auf die Vorlage der Quartalsberichte. Nach den vergangenen zwölf Bekanntgaben schwankte der Kurs im Durchschnitt um fast 16 Prozent. Hält die Unterstützung im Bereich von 116 Euro in den kommenden Tagen nicht, droht ein weiterer Test der jüngsten Tiefstände.
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