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Palantir: Burry setzt auf Fall unter $100

Trotz Rekordumsätzen und starkem US-Wachstum leidet die Palantir-Aktie unter hoher Bewertung und Leerverkäufern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie seit Jahresbeginn im Minus
  • Michael Burry wettet auf Kursverfall
  • DZ Bank rät zum Kauf der Aktie
  • Fokus auf kommerzielles US-Geschäft

Umsatzsprünge von über 50 Prozent treffen auf einen massiven Kursverfall. Bei Palantir klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während das Softwareunternehmen im operativen Geschäft Rekorde bricht, formiert sich auf dem Parkett prominenter Widerstand.

Die Aktie notiert aktuell bei knapp 120 Euro und hat damit seit Jahresbeginn über 16 Prozent eingebüßt. Vom Rekordhoch im vergangenen November trennen das Papier mittlerweile mehr als 30 Prozent. Palantir nimmt an der jüngsten Rally im Sektor für Künstliche Intelligenz schlichtweg nicht teil. Ein Grund dafür ist die ambitionierte Bewertung mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 110.

Michael Burry wettet auf den Absturz

Diese Fallhöhe ruft Leerverkäufer auf den Plan. Allen voran Michael Burry: Der Starinvestor hält Put-Optionen und wettet auf einen Kursverfall unter die Marke von 100 US-Dollar bis Ende des Jahres. Für Mitte 2027 peilt er sogar Notierungen von unter 50 Dollar an.

Burry begründete seine Skepsis in einem mittlerweile gelöschten Beitrag damit, dass Konkurrenten wie Anthropic dem Unternehmen Marktanteile abjagen würden. Einfachere KI-Tools verdrängten Palantirs komplexe Software. Wedbush-Analyst Dan Ives wies dies umgehend als „fiktionale Erzählung“ zurück. Dennoch reichte Burrys Aussage aus, um den Kurs zeitweise um fast 14 Prozent einbrechen zu lassen.

Analysten halten mit Kaufempfehlungen dagegen

Auf der anderen Seite positionieren sich institutionelle Bullen. Die DZ Bank nahm die Abdeckung der Aktie kürzlich mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 175 Dollar auf. Das Fundament für diesen Optimismus liefert das rasante Wachstum. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte Palantir den Umsatz um 56 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Dollar.

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Besonders das US-Geschäft mit Privatkunden explodierte im Schlussquartal mit einem Plus von 137 Prozent. Die Einnahmen aus Regierungsaufträgen kletterten parallel dazu um 66 Prozent. Für das laufende Jahr stellt das Management Erlöse von rund 7,2 Milliarden Dollar in Aussicht.

Umschichtung im Software-Sektor

Währenddessen schichtet Burry sein Portfolio um. Er eröffnet neue Positionen bei Salesforce und MSCI. Marktbeobachter werten dies als Wette auf klassische Verwaltungssoftware, die nach dem jüngsten Ausverkauf im SaaS-Sektor günstiger bewertet ist. Auslöser für diese Branchenschwäche waren enttäuschende Reaktionen auf die Zahlen von ServiceNow, die Sorgen vor einer generellen Bewertungskorrektur bei Softwaretiteln schürten.

Im Mai muss Palantir nun die eigene Prognose untermauern. Wenn das Unternehmen seine Quartalszahlen vorlegt, rückt das kommerzielle US-Geschäft in den Fokus. Das Management muss beweisen, dass die anvisierte Jahresumsatzmarke von 7,2 Milliarden Dollar realistisch bleibt. Verfehlt das Wachstum die hohen Erwartungen, bietet das aktuelle Bewertungsniveau kaum noch Spielraum für Enttäuschungen.

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Diskussion zu Palantir

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.