Palantir steckt mitten in einem erzwungenen Systemumbau – und profitiert gleichzeitig von der geopolitischen Lage, die diesen Umbau erst ausgelöst hat. Das Unternehmen muss seinen KI-Kern in milliardenschweren Verteidigungsverträgen ersetzen, während steigende Spannungen im Nahen Osten gleichzeitig die Nachfrage nach genau solchen Systemen antreiben.
Pentagon zwingt zur KI-Migration
Die US-Regierung hat Anthropic als „Sicherheitsrisiko für die Lieferkette“ eingestuft. Die Folge: Palantir muss den KI-Anbieter Claude aus seinem Maven Smart System entfernen – einer Plattform, die Militärs mit Geheimdienstanalysen und Zielerfassungssoftware versorgt. Die betroffenen Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium und anderen nationalen Sicherheitsbehörden haben ein Gesamtvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar.
Der Austausch des KI-Backends und der Umbau betroffener Software-Komponenten wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Palantir selbst räumt ein, dass dabei eine vorübergehende „Fähigkeitslücke“ in kritischen Verteidigungsoperationen entstehen wird.
Gleichzeitig verschafft die Anthropic-Sperre dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil: Verträge, die bislang an nun gesperrte Anbieter gebunden waren, wandern zu zugelassenen Alternativen – Palantir zählt ausdrücklich dazu. Nach dem US-Angriff auf den Iran legte die Aktie innerhalb von vier Handelstagen um rund 13 Prozent zu.
Rekordquartal, aber hohe Bewertung
Operativ lieferte Palantir zuletzt starke Ergebnisse. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 stieg um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar. Besonders das US-Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs mit 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar deutlich schneller als erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Palantir einen Umsatz von rund 7,19 Milliarden Dollar in Aussicht.
Trotzdem ist die Aktie derzeit rund 26 Prozent von ihrem Allzeithoch im November 2025 entfernt. Die Bewertung bleibt extrem: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 230 spiegelt hohe Wachstumserwartungen wider – und lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.
Analysten werden konstruktiver
Zwei Analysehäuser haben die Aktie nach der Korrektur hochgestuft. UBS hob das Rating von „Neutral“ auf „Buy“ an und setzte ein Kursziel von 180 Dollar, nachdem die Aktie rund 35 Prozent von ihren Höchstständen zurückgekommen war. Die Bank sieht in der Korrektur eine günstigere Risikostruktur, gestützt durch die angehobene Umsatzprognose und steigende KI-Infrastrukturnachfrage. Daiwa Securities folgte ebenfalls mit einer Hochstufung auf „Buy“ und demselben 12-Monats-Kursziel, mit Verweis auf die wachsende kommerzielle KI-Adoption in den USA und die stabile Regierungskundenbasis.
Abseits der Pentagon-Thematik signalisierte Mitgründer Peter Thiel mit einem Treffen beim japanischen Premierminister Takaichi in Tokio internationale Wachstumsambitionen. In Japan hat Palantir zuletzt eine mehrjährige Vereinbarung mit SOMPO Holdings geschlossen.
Am Mittwoch, den 11. März, veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Februardaten zur Verbraucherpreisentwicklung – ein Datenpunkt, der erfahrungsgemäß Druck auf hochbewertete Wachstumswerte ausübt und kurzfristig zusätzliche Volatilität erzeugen kann.
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