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Palantir Aktie: Versicherung, KI, Bewertungsfrage

Palantir expandiert mit AIG-Deal im Versicherungsmarkt und meldet starkes Umsatzwachstum, doch die Aktie kämpft mit hoher Bewertung und Insider-Verkäufen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Partnerschaft mit AIG im Versicherungssektor
  • Umsatzwachstum von 70 Prozent im letzten Quartal
  • Sehr hohe Bewertungsmultiplikatoren im Branchenvergleich
  • Insider-Verkäufe belasten die Aktienkursentwicklung

Der Datenanalysespezialist Palantir weitet seine kommerzielle Reichweite weiter aus — diesmal tief in den globalen Versicherungsmarkt. Ein neuer Deal mit AIG und McGill & Partners zeigt, wie breit das Foundry-Ökosystem inzwischen aufgestellt ist. Die Aktie selbst kämpft unterdessen mit einem schwierigen Marktumfeld.

AIG setzt auf Foundry

Am 16. März gaben McGill & Partners und American International Group (AIG) eine strategische Zusammenarbeit im Spezialversicherungsmarkt bekannt — mit Palantir als technologischem Rückgrat. AIG nutzt Palantirs Foundry-Plattform, um eine umfassende Ontologie des McGill-Portfolios aufzubauen. Das Ziel: Echtzeit-Einblicke in Risikoexponierung, Limite, Modelloutputs und Schadendaten.

Konkret erwartet AIG, Kapazitäten von 25 Prozent über bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar des Bruttoprämienportfolios von McGill & Partners bereitzustellen. Es ist nicht das erste Mal, dass AIG auf Palantir setzt: Im Dezember 2025 hatte das Unternehmen gemeinsam mit Amwins und Blackstone bereits den Lloyd’s Syndicate 2479 auf Basis von Foundry und KI-Agenten lanciert.

Wachstum auf breiter Front

Der Versicherungsdeal steht stellvertretend für eine breitere Expansion. Beim neunten AIPCon Mitte März präsentierte Palantir Anwendungsfälle aus Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Energie, Finanzen und Gesundheitswesen. Gemeinsam mit Nvidia wurde eine sogenannte „Sovereign AI OS Reference Architecture“ vorgestellt — eine Plattform für Regierungen, die eigene KI-Rechenzentren aufbauen wollen.

Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Vorstoß in den Sportwettenmarkt: Am 10. März kündigte Polymarket eine Partnerschaft mit Palantir und TWG AI an, um eine Integritätsplattform für Sportmärkte zu entwickeln. Das gemeinsame Vergence-AI-System soll verdächtige Aktivitäten erkennen und melden. Analysten von Grand View Research prognostizieren für den Sportwettenmarkt ein jährliches Wachstum von 11 Prozent bis Ende des Jahrzehnts — für Prediction Markets sogar mehr als 28 Prozent.

Starke Zahlen, hohe Erwartungen

Die operative Basis ist beeindruckend. Im vierten Quartal 2025 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,406 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das US-Handelsgeschäft legte sogar um 137 Prozent auf 507 Millionen US-Dollar zu. Der GAAP-Nettogewinn erreichte mit 609 Millionen US-Dollar eine Marge von 43 Prozent. Der verbleibende Auftragsbestand (RPO) sprang innerhalb eines Quartals von 2,6 auf 4,2 Milliarden US-Dollar.

Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz von rund 7,19 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 61 Prozent entspräche. Das US-Handelsgeschäft soll auf über 3,14 Milliarden US-Dollar wachsen — ein Anstieg von mindestens 115 Prozent.

Bewertung bleibt das zentrale Gegenargument

Bei aller operativen Stärke bleibt die Bewertung ein Streitpunkt. Palantir wird derzeit mit dem rund 148-fachen des erwarteten Gewinns und dem knapp 50-fachen des Umsatzes gehandelt — weit über dem Branchenmedian von 21 bzw. 3. Die Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch rund 26 Prozent verloren und liegt seit Jahresbeginn mit gut 7 Prozent im Minus.

Zusätzlich verkauften leitende Mitarbeiter seit Jahresbeginn in 12 Transaktionen Aktien im Wert von mehr als 436 Millionen US-Dollar — im Schnitt knapp 5,8 Millionen US-Dollar täglich. Das Spannungsfeld zwischen außergewöhnlicher Geschäftsdynamik und ambitionierter Bewertung bleibt damit das bestimmende Thema für Palantir im laufenden Jahr.

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Diskussion zu Palantir

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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