Das Geschäft läuft auf Hochtouren — der Kurs zeigt in die andere Richtung. Bei Palantir klafft derzeit eine ungewöhnlich große Lücke zwischen operativer Stärke und Marktentwicklung. Auslöser ist nicht eine Schwäche im Unternehmen selbst, sondern ein breit angelegter Rückzug institutioneller Investoren.
Hedgefonds auf dem Rückzug
Goldman Sachs dokumentierte diese Woche, dass Hedgefonds globale Aktien im vierten Monat in Folge verkauften — und zwar im schnellsten Tempo seit 13 Jahren. Im März verzeichneten acht von elf Sektoren Nettoabflüsse, besonders stark in Technologie, Industrie und Finanzwerten. Als Treiber nennt Goldman Sachs die anhaltenden Unsicherheiten durch den Krieg im Iran, der die Märkte belastet und die monatlichen Verluste vieler Hedgefonds auf den schlechtesten Stand seit Januar 2022 gedrückt hat.
Palantir trifft das besonders hart. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 17 Prozent im Minus und notiert etwa 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 207,52 Dollar. Analysten sehen darin jedoch weniger ein fundamentales Problem als eine marktgetriebene Neubewertung des gesamten Software-Sektors.
Zahlen, die kaum jemand erwartet hätte
Die Geschäftszahlen zeichnen ein anderes Bild. Im vierten Quartal 2025 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,406 Milliarden Dollar — ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das US-Geschäft wuchs sogar um 93 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar. Besonders auffällig: Der US-Umsatz aus dem kommerziellen Bereich legte um 137 Prozent zu. Der Gesamtjahresumsatz 2025 kletterte um 56 Prozent auf 4,47 Milliarden Dollar. Für 2026 erwartet das Management ein weiteres Plus von 61 Prozent auf 7,19 Milliarden Dollar.
Hinzu kommt ein strategischer Faktor, der langfristig relevant sein könnte: Palantir wurde als zentraler Softwareentwickler für das „Golden Dome“-Raketenabwehrprogramm des US-Verteidigungsministeriums ausgewählt — ein Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 185 Milliarden Dollar. Softwaretests sollen noch in diesem Sommer beginnen. Rosenblatt-Analyst John McPeake schätzt, dass Palantir allein aus der ersten Projektphase mehrere Milliarden Dollar generieren könnte.
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Bewertung bleibt das zentrale Problem
Trotz der starken Wachstumszahlen bleibt die Bewertung ein Streitpunkt. Palantir wird derzeit mit rund 190-fachen Non-GAAP-Gewinnen, dem 75-fachen Umsatz und mehr als dem 150-fachen des freien Cashflows gehandelt. Selbst auf Basis der Konsensschätzungen für 2026 und 2027 läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis noch bei etwa 110 beziehungsweise 78.
Das Analysehaus Benchmark, das diese Woche die Abdeckung aufnahm, vergab ein „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 150 Dollar. Analyst Yi Fu Lee begründete die Zurückhaltung damit, dass die aktuelle Bewertung bereits eine nahezu perfekte Entwicklung über die nächsten Jahre einpreise. Von insgesamt 21 Analysten-Ratings der vergangenen drei Monate stehen 14 Kaufempfehlungen fünf „Hold“- und zwei „Sell“-Einstufungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel impliziert rund 33 Prozent Aufwärtspotenzial.
Ergebnisse am 4. Mai als nächster Prüfstein
Am 4. Mai 2026 legt Palantir seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Das Management hatte eine Umsatzspanne von 1,532 bis 1,536 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Ob das Wachstumstempo anhält und die Bewertung damit mittelfristig rechtfertigt, werden genau diese Zahlen zeigen — und damit auch, ob der aktuelle Kursrückgang eine Kaufgelegenheit war oder eine Neubewertung des gesamten Investmentcases einleitet.
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