Palantir liefert Zahlen, die nach klassischer Wachstumsstory klingen. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Rekordumsätze, ein prominenter SAP-Deal und trotzdem deutlicher Druck auf die Aktie: Genau dieser Widerspruch prägt derzeit das Bild.
Wachstum zieht weiter an
Im ersten Quartal 2026 steigerte Palantir den Umsatz auf 1,633 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent und markiert das elfte Quartal in Folge mit beschleunigtem Wachstum.
Besonders stark lief das US-Geschäft mit Unternehmen. Der Umsatz in diesem Segment sprang um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Das ist wichtig, weil Palantir damit weniger abhängig von staatlichen Aufträgen wirkt.
Auch das US-Regierungsgeschäft blieb robust. Hier legten die Erlöse um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar zu.
Unter dem Strich verdiente Palantir nach GAAP 871 Millionen Dollar. Je Aktie waren das 0,34 Dollar und damit mehr als Analysten erwartet hatten. Das Management hob den Umsatzausblick für das Gesamtjahr auf rund 7,656 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von 71 Prozent entsprechen würde.
SAP-Partnerschaft stärkt KI-Erzählung
Ein weiterer Impuls kam von der SAP Sapphire in Orlando. SAP stellte dort seine Plattform für die „Autonomous Enterprise“ vor und benannte Palantir als strategischen Umsetzungspartner.
Palantir soll vor allem komplexe Datenmigrationen im SAP-Umfeld unterstützen. Geplant ist der Einsatz von mehr als 50 domänenspezifischen KI-Assistenten und 200 spezialisierten Agenten. SAP stellt dabei eine Reduzierung des ERP-Migrationsaufwands um mehr als 35 Prozent in Aussicht.
Für Palantir passt der Deal ins Kernnarrativ: Die eigene Software soll nicht nur Daten analysieren, sondern operative Entscheidungen in großen Konzernen beschleunigen. Genau dafür zahlt der Markt hohe Multiplikatoren. Genau daran misst er das Unternehmen aber auch besonders hart.
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Bewertung bleibt der Bremsklotz
Am Freitag schloss die Aktie bei 115,32 Euro, ein Tagesplus von 0,65 Prozent. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Minus von 19,41 Prozent zu Buche.
Die technische Lage bleibt angespannt. Der Kurs liegt 7,11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 17,41 Prozent.
Die Bewertung erklärt einen Teil der Zurückhaltung. Palantir wird mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 97 gehandelt, auf Basis vergangener Gewinne liegt der Wert nahe 153. Solche Multiplikatoren verzeihen kaum operative Schwächen, selbst wenn das Wachstum stark bleibt.
Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 50,8 und signalisiert damit keine klare Übertreibung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 54,24 Prozent zeigt aber, wie nervös der Markt auf neue Impulse reagiert.
Hauptversammlung rückt näher
Bei institutionellen Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild. AustralianSuper erhöhte die Position um 91,3 Prozent auf 228.979 Aktien, SkyOak Wealth baute den Anteil um 169,5 Prozent aus.
Auf der anderen Seite verkauften Führungskräfte in den vergangenen 90 Tagen rund 1,03 Millionen Aktien. Darunter waren Transaktionen von Alex Karp und Peter Thiel über regelgebundene Handelspläne.
Am 3. Juni 2026 folgt die Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung steht ein Vorschlag von Investoren mit 336 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen, die eine unabhängige Menschenrechtsprüfung von Palantirs Softwareanwendungen verlangen. Der Verwaltungsrat lehnt den Antrag ab.
Bis dahin bleibt Palantir eine Aktie mit zwei klaren Kräften: operativ außergewöhnlich stark, am Markt aber weiter teuer bewertet und politisch sensibel. Der SAP-Deal liefert Rückenwind für die KI-Story, die Kursentwicklung verlangt nun belastbare Belege, dass aus dieser Story dauerhaft Gewinnwachstum wird.
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