Palantir verzeichnet aktuell ein rasantes Wachstum, angetrieben von einer massiven Nachfrage im US-Geschäftskundensegment. Gleichzeitig wächst in Europa der politische Widerstand gegen den Datenkonzern. Besonders in Großbritannien geraten lukrative Regierungsaufträge im Gesundheits- und Finanzsektor zunehmend ins Visier von Kritikern, die den Umgang mit sensiblen Informationen durch einen rüstungsnahen Anbieter hinterfragen.
Britische Großaufträge auf dem Prüfstand
Auslöser der aktuellen Debatte ist eine offizielle Warnung britischer Parlamentarier. Im Zentrum der Kritik steht der 330 Millionen Pfund schwere Siebenjahresvertrag für die Datenplattform des National Health Service (NHS). Obwohl das System bereits in 123 Klinikverbünden läuft, prüfen Kritiker rechtliche Schritte und Ausstiegsklauseln, um eine weitere Expansion zu stoppen.
Auch ein kurzfristiger Vertrag mit der britischen Finanzaufsicht (FCA) stößt auf Bedenken. Offizielle Stellen befürchten eine zu starke technologische Abhängigkeit von dem US-Konzern und äußern ethische Bedenken. Die Skepsis rührt vor allem aus Palantirs tiefer Verwurzelung im militärischen Sektor, die durch jüngste Verteidigungsreden des Managements zur militärischen KI-Nutzung noch unterstrichen wurde.
Fundamentaldaten im Kontrast zur Bewertung
Abseits der politischen Debatten zeigt das operative Geschäft eine enorme Dynamik. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden US-Dollar. Haupttreiber war das kommerzielle US-Geschäft, das um beachtliche 137 Prozent auf 507 Millionen US-Dollar zulegte. Auch die regierungsnahen Umsätze stiegen um 66 Prozent.
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Diese Wachstumsraten haben an der Börse jedoch zu einer extrem ambitionierten Bewertung geführt. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 80 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 230 lässt das aktuelle Preisniveau kaum Spielraum für Fehler oder nachlassende internationale Nachfrage. Parallel dazu nutzten Insider das hohe Kursniveau der vergangenen Jahre für Gewinnmitnahmen. In den letzten 90 Tagen trennten sich Führungskräfte von Aktien im Wert von rund 137,7 Millionen US-Dollar. Auf institutioneller Ebene zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Sovran Advisors ihre Position um 46,2 Prozent ausbauten, reduzierte Perpetual Ltd ihre Anteile um fast 47 Prozent.
Prognose stützt sich auf den Rüstungssektor
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt sich das Management äußerst zuversichtlich. Der prognostizierte Jahresumsatz von 7,18 bis 7,20 Milliarden US-Dollar entspricht einem erwarteten Wachstum von rund 61 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis soll auf etwa 4,13 Milliarden US-Dollar steigen.
Ein zentraler Pfeiler dieser Entwicklung bleibt der Verteidigungssektor. Die Entscheidung des Pentagons, das KI-System Maven als offizielles Standardprogramm einzustufen, sichert dem Unternehmen langfristige und verlässliche Finanzierung. Diese stabilen Einnahmen aus dem Rüstungsgeschäft federn zwar Umsatzschwankungen ab, dürften die ethischen Debatten bei der Vergabe ziviler Aufträge in Europa aber auch weiterhin befeuern.
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