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Palantir Aktie: Karp teilt gegen KI-Rivalen aus

Palantir meldet 93 Prozent mehr Umsatz und hebt Prognose an. CEO Karp grenzt sich von OpenAI und Anthropic ab.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzsprung um 93 Prozent
  • Jahresprognose nach oben korrigiert
  • Karp kritisiert große KI-Labore
  • Aktie springt um 20 Prozent

Ein Umsatzsprung von 93 Prozent, eine angehobene Jahresprognose und eine Aktie, die zweistellig durch die Decke geht — Palantir liefert an diesem Dienstag genau das ab, was Wachstumsanleger hören wollen. Und Firmenchef Alex Karp nutzt den Moment gleich, um sich als Gegenspieler der großen KI-Labore zu positionieren.

Explosives Wachstum, vor allem in den USA

Im vergangenen Quartal setzte Palantir knapp 1,94 Milliarden Dollar um und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von rund 1,8 Milliarden Dollar deutlich. Allein binnen drei Monaten legte der Umsatz um rund ein Fünftel zu. Treiber ist das US-Geschäft: Die Erlöse im Heimatmarkt lagen mit 1,57 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie vor Jahresfrist.

Besonders das Geschäft mit US-Unternehmen zieht an — hier wuchsen die Erlöse um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar, die höchste sequenzielle Zunahme aller Segmente. Das Geschäft mit Regierungsbehörden legte um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar zu. Palantir hob zudem die Umsatzprognose für das laufende Jahr an und übertraf auch mit dem Ausblick fürs dritte Quartal die Markterwartungen.

Die Aktie reagierte prompt: In den ersten Handelsminuten sprang das Papier um rund 20 Prozent auf gut 151 Dollar. Das bisherige Jahresminus schrumpfte damit auf etwa 15 Prozent — nach einem Kursverlauf, der von unter 20 Dollar Anfang 2024 über mehr als 200 Dollar im Herbst 2025 bis auf fast 100 Dollar im Juni geführt hatte.

Karp positioniert Palantir als Datenwächter

In der Analystenkonferenz nutzte Karp den Rückenwind, um Palantir von den großen KI-Entwicklern wie OpenAI und Anthropic abzugrenzen. Sein Argument: Unternehmen zahlten dafür, dass ihr Wissen in KI-Modelle einfließe — und genau hier will Palantir als Mittelsmann auftreten, der Kunden die Kontrolle über ihre Daten sichert und den Wechsel zwischen KI-Anbietern ermöglicht.

Bei den Analysten kommt das Zahlenwerk gut an, wenn auch mit unterschiedlicher Kurszielsetzung. Piper Sandler bestätigte sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 230 Dollar und verweist darauf, dass das Commercial-Geschäft in den USA möglicherweise schon im dritten Quartal das Regierungsgeschäft überholt. DA Davidson zog sein Ziel auf 200 Dollar nach oben, Cantor Fitzgerald auf 156 Dollar. Die Spanne der Kursziele reicht damit von 156 bis 230 Dollar und spiegelt, wie unterschiedlich die Häuser die künftige Bewertung einschätzen.

Trotz der Kursexplosion bleibt die Bewertung ambitioniert: Der Börsenwert liegt bei rund 360 Milliarden Dollar — gemessen am erwarteten Gewinn eine der höchsten Kennzahlen selbst unter Tech-Werten. Ob das kommerzielle Wachstumstempo diese Bewertung auf Dauer rechtfertigt, dürfte sich spätestens im dritten Quartal zeigen, wenn laut Piper Sandler das US-Firmenkundengeschäft erstmals das Regierungsgeschäft überflügeln könnte.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.