Palantir bewirbt sich um einen der ungewöhnlichsten Regierungsaufträge seit Jahren. Nicht Militär, nicht Geheimdienst — sondern zivile Luftfahrt. Die FAA sucht ein KI-System für die Flugsicherung, und Palantir ist mittendrin.
Konfliktvorhersage statt Drohnensteuerung
Die US-Luftfahrtbehörde entwickelt das System SMART — Strategic Management of Airspace Routing Trajectories. Das Ziel: Konflikte im Luftraum nicht 15 Minuten, sondern zwei Stunden im Voraus zu erkennen. Neben Palantir konkurrieren Thales SA und Air Space Intelligence Inc. um den Auftrag.
Der Hintergrund ist konkret. Nach dem Absturz an der LaGuardia-Airport-Region rückte die Überlastung von Fluglotsen und veraltete Infrastruktur in den Fokus. Die FAA steckt mitten in einem milliardenschweren Modernisierungsprogramm: 612 veraltete Radarsysteme werden ersetzt, 1.200 neue Lotsen sollen in 2026 eingestellt werden. Der Kongress hat bislang 12,5 Milliarden Dollar freigegeben — rund 20 Milliarden fehlen noch.
Transportminister Sean Duffy beschrieb das Ziel so: Controller sollen Flugrouten anderthalb bis zwei Stunden vor einem möglichen Konflikt entflechten können. Ein Update zum Projektstand erwartet die Branche am 21. April vom Verkehrsministerium.
Palantirs Heimvorteil
Palantir bringt das tiefste Regierungsnetzwerk der drei Bewerber mit. Das Geschäftsmodell passt: operative Daten aufnehmen, aufbereiten, in Entscheidungsoberflächen übersetzen — ohne dass Nutzer die zugrundeliegenden Modelle verstehen müssen. Genau das braucht eine Flugsicherungsbehörde.
Das Unternehmen erwartet für 2026 einen Umsatz von rund 7,2 Milliarden Dollar — ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Staatssektor um 70 Prozent. Treiber ist unter anderem ein Armeeverträg mit einem Deckelwert von 10 Milliarden Dollar.
Ein FAA-Auftrag würde das Portfolio in eine neue Richtung öffnen: weg vom reinen Sicherheitsapparat, hin zu kritischer ziviler Infrastruktur.
Analysten und Quartalszahlen
Die Q1-Zahlen kommen am 4. Mai nach US-Börsenschluss. Palantir selbst erwartet für das erste Quartal einen Umsatz zwischen 1,532 und 1,536 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 872 Millionen Dollar.
Die Analystenmeinungen bleiben gespalten. Wedbush Securities hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 230 Dollar fest. Mizuho-Analyst Gregg Moskowitz senkte sein Ziel von 195 auf 185 Dollar — beließ die Einstufung aber auf „Outperform“. Eine Neubewertung der Bewertung, keine Abkehr vom Vertrauen in das Unternehmen.
Die Aktie notierte am Freitag bei 146,50 Dollar. Das ist weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 207,52 Dollar — und macht die Bewertung von rund 120-mal Umsatz für viele Investoren zum eigentlichen Streitpunkt. Der FAA-Auftrag allein löst das nicht. Er zeigt aber, wie weit Palantir seinen Adressmarkt noch ausdehnen kann.
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