Auf seiner AIPCon-9-Konferenz in Miami hat Palantir Technologies gestern eine Reihe strategischer Partnerschaften präsentiert — mit Nvidia, GE Aerospace sowie Ondas und World View. Die Ankündigungen zeigen, wohin das Unternehmen steuert: weg vom reinen Analysesoftware-Anbieter, hin zu einem vollständigen KI-Infrastrukturlieferanten für Regierungen und Verteidigungskunden.
Souveräne KI-Infrastruktur mit Nvidia
Das Herzstück der gestrigen Ankündigungen ist die Partnerschaft mit Nvidia. Gemeinsam bieten beide Unternehmen eine schlüsselfertige KI-Rechenzentrumsarchitektur an — von der Hardware-Beschaffung bis zur Anwendungsbereitstellung. Das System läuft auf Nvidias Enterprise-Referenzarchitekturen und ist für Palantirs gesamte Softwaresuite qualifiziert, darunter AIP, Foundry und Apollo.
Der entscheidende Punkt: Regierungen und große Organisationen können damit fortschrittliche KI auf eigener Infrastruktur betreiben, ohne auf externe Cloud-Dienste angewiesen zu sein. Gerade für Verteidigungsbehörden und ausländische Regierungen, die US-amerikanischen Hyperscalern skeptisch gegenüberstehen, ist das ein zentrales Argument.
GE Aerospace und die Anthropic-Frage
Mit GE Aerospace erweitert Palantir eine bestehende Zusammenarbeit auf mehrere Jahre. Im Mittelpunkt steht die Einsatzbereitschaft militärischer Luftfahrzeuge — konkret die Wartungsoptimierung des J85-Triebwerks, das in den T-38-Trainingsflugzeugen der US Air Force verbaut ist. Palantirs AIP-Plattform koordiniert dabei Lieferkettenprozesse von der Beschaffung bis zur Instandhaltung.
Weniger reibungslos ist die Lage rund um Anthropic. Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft — nutzt dessen Claude-Modelle aber weiterhin. Palantir-CEO Alex Karp sagte dazu bei AIPCon 9, das Pentagon plane, Anthropic schrittweise auszumustern, sei aber noch nicht so weit. Da Palantir seine Plattform mit Anthropic integriert hat, wäre ein vollständiges Verbot mit erheblichem Aufwand verbunden: Die Plattform müsste mitten in laufenden Verträgen auf alternative Sprachmodelle umgestellt werden.
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Starkes Wachstum, ambitionierte Bewertung
Finanziell liefert Palantir beeindruckende Zahlen. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden legte sogar um 137 Prozent zu. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatz von rund 7,2 Milliarden Dollar — mit einem US-Kommerzumsatz von über 3,1 Milliarden Dollar.
Die Bewertung bleibt das zentrale Gesprächsthema. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 237x auf Basis der letzten zwölf Monate und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 81x lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit auch deutlich unterhalb des durchschnittlichen Analystenziels von rund 186 Euro.
Die AIPCon-9-Ankündigungen unterstreichen Palantirs Kurs, seine Software tief in physische Systeme wie Flugzeugflotten, Nuklearanlagen und autonome Plattformen zu verankern. Ob die Bewertung diesen Kurs rechtfertigt, hängt maßgeblich davon ab, ob das Wachstumstempo von 2025 auch 2026 gehalten werden kann — und ob die Anthropic-Situation ohne größere Plattformumbauten gelöst wird.
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