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Palantir Aktie: Erfolgsversprechender Start!

Palantir Technologies kündigt auf seiner AIPCon-9-Konferenz strategische Allianzen mit Nvidia und GE Aerospace an und positioniert sich als vollständiger KI-Infrastrukturlieferant. Das Unternehmen meldet zugleich ein starkes Umsatzwachstum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Partnerschaft mit Nvidia für souveräne KI-Infrastruktur
  • Erweiterte Zusammenarbeit mit GE Aerospace für militärische Luftfahrt
  • Umsatzwachstum von 70 Prozent im vierten Quartal 2025
  • Hohe Bewertung trotz ambitionierter Wachstumsziele

Auf seiner AIPCon-9-Konferenz in Miami hat Palantir Technologies gestern eine Reihe strategischer Partnerschaften präsentiert — mit Nvidia, GE Aerospace sowie Ondas und World View. Die Ankündigungen zeigen, wohin das Unternehmen steuert: weg vom reinen Analysesoftware-Anbieter, hin zu einem vollständigen KI-Infrastrukturlieferanten für Regierungen und Verteidigungskunden.

Souveräne KI-Infrastruktur mit Nvidia

Das Herzstück der gestrigen Ankündigungen ist die Partnerschaft mit Nvidia. Gemeinsam bieten beide Unternehmen eine schlüsselfertige KI-Rechenzentrumsarchitektur an — von der Hardware-Beschaffung bis zur Anwendungsbereitstellung. Das System läuft auf Nvidias Enterprise-Referenzarchitekturen und ist für Palantirs gesamte Softwaresuite qualifiziert, darunter AIP, Foundry und Apollo.

Der entscheidende Punkt: Regierungen und große Organisationen können damit fortschrittliche KI auf eigener Infrastruktur betreiben, ohne auf externe Cloud-Dienste angewiesen zu sein. Gerade für Verteidigungsbehörden und ausländische Regierungen, die US-amerikanischen Hyperscalern skeptisch gegenüberstehen, ist das ein zentrales Argument.

GE Aerospace und die Anthropic-Frage

Mit GE Aerospace erweitert Palantir eine bestehende Zusammenarbeit auf mehrere Jahre. Im Mittelpunkt steht die Einsatzbereitschaft militärischer Luftfahrzeuge — konkret die Wartungsoptimierung des J85-Triebwerks, das in den T-38-Trainingsflugzeugen der US Air Force verbaut ist. Palantirs AIP-Plattform koordiniert dabei Lieferkettenprozesse von der Beschaffung bis zur Instandhaltung.

Weniger reibungslos ist die Lage rund um Anthropic. Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft — nutzt dessen Claude-Modelle aber weiterhin. Palantir-CEO Alex Karp sagte dazu bei AIPCon 9, das Pentagon plane, Anthropic schrittweise auszumustern, sei aber noch nicht so weit. Da Palantir seine Plattform mit Anthropic integriert hat, wäre ein vollständiges Verbot mit erheblichem Aufwand verbunden: Die Plattform müsste mitten in laufenden Verträgen auf alternative Sprachmodelle umgestellt werden.

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Starkes Wachstum, ambitionierte Bewertung

Finanziell liefert Palantir beeindruckende Zahlen. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden legte sogar um 137 Prozent zu. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatz von rund 7,2 Milliarden Dollar — mit einem US-Kommerzumsatz von über 3,1 Milliarden Dollar.

Die Bewertung bleibt das zentrale Gesprächsthema. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 237x auf Basis der letzten zwölf Monate und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 81x lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit auch deutlich unterhalb des durchschnittlichen Analystenziels von rund 186 Euro.

Die AIPCon-9-Ankündigungen unterstreichen Palantirs Kurs, seine Software tief in physische Systeme wie Flugzeugflotten, Nuklearanlagen und autonome Plattformen zu verankern. Ob die Bewertung diesen Kurs rechtfertigt, hängt maßgeblich davon ab, ob das Wachstumstempo von 2025 auch 2026 gehalten werden kann — und ob die Anthropic-Situation ohne größere Plattformumbauten gelöst wird.

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Diskussion zu Palantir

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.