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Palantir Aktie: CICTAR-Bericht wirft Steuervermeidung vor

Palantir verzeichnet starkes US-Wachstum, sieht sich aber mit europäischer Kritik und möglichen staatlichen Konsequenzen konfrontiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Umsatz steigt um 93 Prozent
  • Europäische Steuervermeidungsvorwürfe gegen Palantir
  • Aktie zeigt hohe Volatilität von 96,59 Prozent
  • Jahresprognose auf 8,15 Milliarden Dollar angehoben

Palantir liefert Zahlen, die das eigene Management „jenseitig“ nennt. Gleichzeitig wächst in Europa der Widerstand gegen genau das Geschäftsmodell, das diese Zahlen erst möglich macht. Zwei Realitäten, ein Aktienkurs – und Anleger müssen entscheiden, welche davon am Ende zählt.

Der amerikanische Motor läuft heiß

Die Wachstumsstory kommt fast vollständig aus den USA. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar. Der US-Commercial-Bereich, also das Geschäft mit privaten Unternehmen, legte um 149 Prozent zu.

Diese Beschleunigung hat einen Namen: AIP, die Artificial Intelligence Platform. Palantir schult Firmen in „Bootcamps“ direkt an der eigenen Software und wandelt Neugier in Verträge um. Im vergangenen Quartal kamen 220 Deals mit einem Volumen über einer Million Dollar zusammen. Das Management hat die Jahresprognose für 2026 auf rund 8,15 Milliarden Dollar angehoben.

Kein Wunder, dass der Kurs zuletzt Fahrt aufnahm. Auf Wochensicht steht ein Plus von 29,29 Prozent, auf Monatssicht sind es fast 20 Prozent. Die Aktie notiert aktuell bei 138,96 Euro und liegt damit gut 21 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 114,30 Euro – ein Signal für den kurzfristigen Rückenwind, den die US-Zahlen erzeugt haben.

Europa zieht die Bremse

Während US-Konzerne AIP im Sturm einführen, wächst auf der anderen Seite des Atlantiks das Misstrauen. Am 5. August 2026 veröffentlichte die Organisation CICTAR einen Bericht, der Palantir aggressive Steuervermeidung in Europa vorwirft. Die globale effektive Steuerquote liegt demnach bei nur 1,4 Prozent.

Der Vorwurf: Palantir verschiebt Gewinne, um die Steuerlast genau in jenen Ländern zu drücken, in denen der Konzern große Regierungsaufträge hält – etwa in Großbritannien und Frankreich. Das ist Sprengstoff für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf Vertrauen und Verträgen mit dem Staat aufbaut.

In Frankreich zeigt sich bereits, wie teuer dieses Misstrauen werden kann. Der Inlandsgeheimdienst DGSI bewegt sich Berichten zufolge in Richtung heimischer Alternativen wie ChapsVision. Das Stichwort dahinter heißt „digitale Souveränität“ – ein Trend, der Palantirs Zugang zu europäischen Geheimdienst- und Regierungsstellen dauerhaft einschränken könnte.

Eine Aktie, die keine halben Sachen kennt

Der Markt hat auf diese Gemengelage mit extremer Nervosität reagiert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 96,59 Prozent – ein Wert, der Palantir eher wie einen Krypto-Titel als wie ein etabliertes Software-Unternehmen aussehen lässt.

Trotz der jüngsten Rally steht die Aktie seit Jahresbeginn noch immer 11,56 Prozent im Minus und liegt fast 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro. Mit einem RSI von 69,6 nähert sich der Titel zudem einer Zone, die viele Chartanalysten als überkauft einstufen. Die Marktkapitalisierung von rund 255,94 Milliarden Euro und ein Analysten-Kursziel von 157,75 Euro zeigen: Der Markt traut dem AIP-Modell weiterhin viel zu – trotz aller Fragezeichen.

Genau hier liegt der Kern der Sache. Kann Palantir seine beeindruckende Nettoumsatzbindung von 157 Prozent in den USA halten, während in Europa das regulatorische und steuerliche Klima merklich rauer wird? Die US-Zahlen sprechen eine klare Sprache der Stärke. Die europäischen Schlagzeilen erzählen eine andere Geschichte – eine von Rückzug und wachsendem Argwohn gegenüber einem Konzern, der zu eng mit Geheimdiensten und Behörden verwoben ist.

Wie stark dieser Gegenwind tatsächlich wird, entscheidet sich nicht an der Börse, sondern in den Amtsstuben von Paris und London.

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Diskussion zu Palantir

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.