Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Palantir dominieren aktuell politische Schlagzeilen das Geschehen. Der US-Konzern steht im Zentrum einer Washingtoner Ethikdebatte. In Europa bricht indes ein wichtiger Rüstungsmarkt weg.
Trumps umstrittener Aktiendeal
US-Präsident Donald Trump kaufte im ersten Quartal 2026 Palantir-Aktien im Wert von bis zu 630.000 US-Dollar. Wenige Wochen später lobte er die Software des Unternehmens auf seiner Plattform Truth Social. Er nannte dabei explizit das Börsenkürzel.
Das rettete den Kurs an jenem Tag vor einem massiven Einbruch. Zuvor war das Papier um fast 16 Prozent abgestürzt. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies Bedenken umgehend zurück. Unabhängige Finanzinstitute verwalten Trumps Portfolios demnach vollständig autonom.
Deutschland setzt auf europäische Alternativen
In Europa kassiert Palantir einen herben Rückschlag. Die Bundeswehr schließt den US-Konzern von künftigen Aufträgen für ihre Verteidigungs-Cloud aus. Digitalminister Karsten Wildberger fordert stattdessen europäische Alternativen. Die Sorge vor US-Zugriffen auf nationale Militärdaten wiegt schwer.
Die Strategie zeigt bereits Folgen. Der deutsche Inlandsgeheimdienst vergab einen Datenanalyse-Auftrag an das französische Unternehmen ChapsVision. Palantir-Chef Alex Karp reagierte in einem Zeitungsinterview überrascht. Er verwies auf die tiefe Verwurzelung seines Unternehmens in Deutschland.
Anleger fliehen trotz starker Zahlen
Privatanleger reagieren nervös. Sie verkauften zuletzt Palantir-Aktien im Wert von 82 Millionen US-Dollar. Viele schichteten ihre Gelder in Halbleiterwerte um. Die Folge: Kursdruck. Die Aktie schloss am Freitag bei 115,38 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 19 Prozent auf der Anzeigetafel. Mit einem Abstand von 17 Prozent zur 200-Tage-Linie bleibt der übergeordnete Trend negativ.
Operativ läuft es deutlich besser. Das erste Quartal 2026 markierte das elfte Quartal in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum. Auftragsbestände in Milliardenhöhe sichern das künftige Geschäft ab. Am Markt richtet sich der Blick nun auf die kommenden Quartalszahlen. Das Management peilt hier Erlöse von rund 1,8 Milliarden US-Dollar an.
