Die Kursrallye beim US-Datenanalyse-Spezialisten Palantir Technologies hat am Freitag eine deutliche Atempause eingelegt. Nach einem kräftigen Aufwärtstrend von rund 30 Prozent binnen eines Monats verlor das Papier am Freitag 3,1 Prozent und ging bei 150,46 € aus dem Handel.
Marktbeobachter führen den Rücksetzer vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den außergewöhnlich starken Quartalszahlen zurück, die das Unternehmen vor zwei Wochen vorgelegt hatte. Trotz der jüngsten Korrektur notiert der Wert weiterhin rund 28 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
ARK Invest stößt Anteile in Millionenhöhe ab
Ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Verkaufsdruck dürfte die Handelsaktivität der bekannten Investorin Cathie Wood sein. Medienberichten zufolge hat ihre Investmentgesellschaft ARK Invest die Kurssteigerungen der letzten Tage systematisch genutzt, um Positionen abzubauen. Seit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am 3. August hat ARK Invest Palantir-Aktien im Wert von insgesamt rund 21 Millionen US-Dollar veräußert.
Allein am vergangenen Donnerstag verkauften die ARK-Fonds Papiere für etwa 7,9 Millionen US-Dollar. Weitere Verkäufe in einem Umfang von rund 11,6 Millionen US-Dollar wurden zwischen dem 10. August und dem vergangenen Donnerstag abgewickelt.
Zuvor hatte ARK bereits unmittelbar nach dem Kurssprung am 4. August Aktien für 6,4 Millionen US-Dollar abgestoßen. Dieses konsequente Gewinnmanagement durch einen prominenten Großaktionär scheint das Aufwärtspotenzial der Aktie im kurzfristigen Bereich vorerst zu begrenzen, während die Bewertung am Markt weiterhin intensiv diskutiert wird.
US-Verteidigungsministerium plant Millionenzuweisung
Während an der Börse Gewinne realisiert werden, verdichten sich die Anzeichen für ein massives Neugeschäft mit staatlichen Stellen. Einem Entwurf für ein Memorandum des US-Verteidigungsministeriums zufolge, über das Federal News Network am vergangenen Mittwoch berichtete, plant das Pentagon, hunderte Millionen Dollar in Dienstleistungen von Palantir zu lenken.
Der stellvertretende Verteidigungsminister Steve Feinberg wies die Zuständigen bereits am 4. August an, bis Ende März 2027 bis zu 244 Millionen US-Dollar für die Dienste des Unternehmens bereitzustellen.
Zudem sieht das Papier vor, dass die Streitkräfte Wege finden sollen, die Arbeit des Softwarekonzerns von April 2027 bis Ende 2028 weiterzufinanzieren. Es handle sich dabei faktisch um einen beratungsintensiven Alleinauftrag ohne vorherige Ausschreibung. Ob dieser Deal bereits finalisiert wurde, ist bislang nicht offiziell bestätigt.
Parallel dazu gab es am 6. August Berichte über eine neue Kooperation mit der USA Today Co., bei der Palantir eine Intelligenzschicht über die Publikumsdaten des Medienhauses legen soll, um Abonnements und Werbung besser zu monetarisieren. Dieses Vorhaben stieß jedoch umgehend auf Widerstand bei gewerkschaftlich organisierten Journalisten des Unternehmens.
Analysten heben Ziele trotz hoher Bewertung
Die fundamentale Entwicklung des Unternehmens im zweiten Quartal wirkt bei den Experten der großen Bankhäuser weiterhin positiv nach. Vor zwei Wochen hatte Palantir einen Umsatzsprung von 93 Prozent auf 1,94 Milliarden US-Dollar gemeldet, wobei besonders das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden um 149 Prozent zulegte. In der Folge passten zahlreiche Analysten ihre Einschätzungen an.
Die Analysten der Deutschen Bank stuften das Papier am 4. August von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch, beließen das Kursziel jedoch bei 200 US-Dollar. Wesentlich optimistischer zeigte sich Tyler Radke von der Bank Citi, der sein Kursziel am selben Tag von 200 auf 245 US-Dollar anhob und die Einstufung „Kaufen“ bestätigte.
Als Begründung nannte er das beschleunigte Umsatzwachstum und die Rekordwerte im US-Geschäft. Dennoch mahnen einige Marktteilnehmer zur Vorsicht: Trotz der starken operativen Zahlen wird die Bewertung der Aktie in aktuellen Medienberichten als extrem hoch eingestuft, was Palantir anfällig für weitere Gewinnmitnahmen machen könnte.
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