Dells starkes Quartal hat Palantir einen kräftigen Schub gegeben. Die Aktie legte am Freitag rund 8,7 Prozent zu und notiert bei 133,72 Euro — der stärkste Tagesgewinn seit Wochen. Dahinter steckt mehr als nur Sympathie-Käufe.
Dell bestätigt die Partnerschaftsthese
Palantir und Dell hatten Anfang Mai eine gemeinsame KI-Infrastrukturlösung vorgestellt. Sie kombiniert Palantirs Foundry-Plattform mit Dells AI Factory auf NVIDIA-Hardware. Das Ziel: sichere KI-Systeme für Verteidigung, Gesundheitswesen und regulierte Unternehmen.
Dells Q1-Zahlen für das Geschäftsjahr 2027 lieferten nun den Beweis, dass diese Partnerschaft trägt. Der KI-Server-Umsatz wuchs deutlich. Für Palantir-Investoren ist das ein wichtiges Signal: Die Nachfrage nach der integrierten Infrastruktur ist real.
Snowflake liefert unabhängige Bestätigung
Ein zweiter Datenpunkt verstärkte die Bewegung. Snowflake meldete starkes Abrechnungswachstum und sprach von einem klaren Wendepunkt bei der Nachfrage nach KI-Lösungen im Unternehmensbereich. Das trifft den Kern von Palantirs Investmentthese.
Lange hielten Skeptiker dagegen: KI-Ausgaben blieben auf der Infrastrukturebene hängen und kämen nie als Software-Umsatz an. Wenn Snowflake und Palantir gleichzeitig Rekordergebnisse melden, wird dieses Argument schwerer zu halten.
Drohnen-Rückenwind aus Washington
Zusätzlichen Auftrieb lieferte ein Reuters-Bericht über mögliche direkte US-Regierungsförderung für amerikanische Drohnenhersteller. Genannt wurden Unusual Machines, Neros Technologies und Performance Drone Works. Palantir stand nicht auf der Liste — Investoren sahen aber eine indirekte Verbindung, weil Palantirs Software Drohnen- und Verteidigungsanwendungen unterstützt.
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Im März hatte Palantir eine Partnerschaft mit Ondas und World View bekanntgegeben. Gemeinsam entwickeln sie eine KI-gestützte Plattform für Luft- und Bodenoperationen.
Starke Fundamentaldaten als Fundament
Die Kursreaktion fällt auf fruchtbaren Boden. Im ersten Quartal 2026 wuchs Palantirs Gesamtumsatz um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft legte um 104 Prozent zu. Der US-Kommerzumsatz stieg sogar um 133 Prozent. Den Jahresausblick hob das Unternehmen auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar an — das entspricht einem impliziten Wachstum von 71 Prozent.
Der bereinigte freie Cashflow lag bei 925 Millionen Dollar, die Marge bei 57 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger die Dell-Bestätigung als weiteren Beleg werteten.
Bewertung und Insider-Verkäufe bremsen die Euphorie
Nicht alles zeigt nach oben. Fünf Führungskräfte — darunter CEO, President, CTO, CFO und CRO — verkauften am 20. und 22. Mai Aktien im Gesamtwert von über 125 Millionen Dollar. CEO Alexander Karp veräußerte dabei rund 397.000 Aktien im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans zur Deckung von Steuerpflichten aus RSU-Vesting.
Die Bewertung bleibt anspruchsvoll. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 161. Trotz des heutigen Anstiegs notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch rund 6,5 Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Hoch von 179,86 Euro liegt gut 25 Prozent entfernt.
Das Handelsvolumen lag am Freitag deutlich über dem Tagesdurchschnitt — ein Zeichen, dass der Markt die Dell-Zahlen als echten Katalysator wertet, nicht nur als Rauschen.
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