Palantir steckt im Clinch zwischen rasantem Wachstum und neuem politischem Gegenwind. Während US-Großinvestoren ihre Bestände massiv aufstocken, droht in London Ärger durch einen Regierungswechsel. Der neue britische Premier gilt als scharfer Kritiker des Softwarekonzerns.
US-Investoren greifen zu
Trotz der Kursverluste der letzten Monate setzen institutionelle Anleger verstärkt auf Palantir. Heard Capital hat seine Position im ersten Quartal um rund 46 Prozent ausgebaut. Der Fonds hält nun 1,3 Millionen Anteile an dem Datenspezialisten. Auch andere Investoren wie Summit Global stockten ihre Bestände zuletzt deutlich auf. Experten werten das „Ontology“-System als entscheidenden Vorteil, um KI-Modelle in operative Entscheidungen zu übersetzen.
Gegenwind aus London
Die politische Lage im Vereinigten Königreich belastet derweil die Stimmung. Andy Burnham übernahm am Montag das Amt des britischen Premierministers. Burnham verfolgte in der Vergangenheit eine strikte Linie gegen Palantir. Als Bürgermeister verweigerte er dem US-Konzern regelmäßig die Vergabe öffentlicher Aufträge. Jetzt steht die Kooperation mit dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS auf dem Prüfstand. Es geht um ein Projektvolumen von 330 Millionen Pfund.
Starkes US-Wachstum
Operativ zeigt Palantir bisher kaum Schwächen. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz auf 1,63 Milliarden Dollar. Das ist ein Sprung von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden glänzte mit einem Zuwachs von 133 Prozent.
Aktuell notiert die Aktie bei 116,88 Euro. Damit verlor das Papier seit Jahresbeginn rund 25 Prozent an Wert. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie beträgt etwa 11 Prozent.
Im August veröffentlicht Palantir den Bericht für das zweite Quartal. Diese Zahlen werden zeigen, ob das boomende US-Geschäft die Unsicherheit in Europa ausgleichen kann. Bleibt das Wachstum bei den Firmenkunden auf diesem hohen Niveau, rückt der politische Druck vorerst in den Hintergrund.
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