Mehr als 1.000 Kunden, starke Margen, volle Vertragspipeline: Palantir liefert genau die Kennzahlen, die Wachstumstitel brauchen. Trotzdem bleibt die Aktie ein Streitfall. Der operative Fortschritt ist klar, die Bewertung lässt wenig Spielraum.
AIP treibt Kundenzuwachs
Palantir hat weltweit die Marke von mehr als 1.000 Kunden überschritten. Das ist mehr als eine runde Zahl: Der Datenanalyse- und KI-Spezialist löst sich weiter vom Image des reinen Regierungslieferanten und gewinnt im Unternehmenssoftwaremarkt sichtbar an Gewicht.
Treiber ist vor allem die Artificial Intelligence Platform. Sie hilft Unternehmen, große Sprachmodelle in bestehende Arbeitsabläufe einzubinden, statt KI-Projekte in isolierten Tests hängen zu lassen. Genau dort liegt Palantirs Argument: KI soll nicht nur Texte erzeugen, sondern operative Entscheidungen im Alltag stützen.
Freedom Broker erhöhte am Mittwoch das Kursziel von 170 auf 230 Dollar. Die Analysten sehen Palantir als „unverzichtbare ontologische Brücke“ für Unternehmen, die komplexe KI-Modelle in ihre Prozesse integrieren wollen.
An der Börse reicht dieser Rückenwind noch nicht für eine klare Trendwende. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 117,94 Euro, liegt auf Wochensicht zwar 2,93 Prozent im Plus, seit Jahresanfang aber 17,58 Prozent im Minus.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 139,02 Euro beträgt 15,16 Prozent. Das zeigt, wie weit der Titel trotz der jüngsten Stabilisierung noch unter seinem mittelfristigen Trend notiert.
Margen bleiben außergewöhnlich hoch
Operativ sehen die Kennzahlen stark aus. Palantir meldete eine bereinigte operative Marge von 60 Prozent und eine bereinigte Free-Cashflow-Marge von 57 Prozent. Für ein wachsendes Softwareunternehmen ist das eine seltene Kombination.
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Auch die Vertragsdynamik zieht an. In der jüngsten Berichtsperiode schloss Palantir 206 Abschlüsse im mindestens millionenschweren Dollarbereich ab, darunter 47 Verträge mit mehr als 10 Millionen Dollar.
Der gesamte Vertragswert stieg auf 2,41 Milliarden Dollar, ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Kennzahl ist wichtig, weil sie künftige Umsätze besser greifbar macht als ein einzelnes Quartal.
Im Regierungsgeschäft profitiert Palantirs Gotham-Plattform weiter von höheren Sicherheitsausgaben. Spannungen im Nahen Osten und Sorgen um die maritime Sicherheit in der Straße von Hormus erhöhen den Bedarf an Software für kritische Dateninfrastruktur.
Bewertung bleibt der Knackpunkt
Auf Governance-Seite fiel zuletzt ein geplanter Insiderverkauf auf. Direktor Alexander D. Moore verkaufte am 15. April 16.000 Class-A-Aktien.
Die Transaktionen liefen zu gewichteten Durchschnittspreisen von etwa 135 bis 142 Dollar und brachten brutto rund 2,23 Millionen Dollar ein. Sie gehörten zu einem vorab festgelegten Handelsplan und wirken damit eher terminiert als spontan.
Der eigentliche Reibungspunkt bleibt die Bewertung. Palantir wird mit einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 36 gehandelt, während der Branchenschnitt bei knapp 4 liegt. Beim Gewinn ist der Aufschlag ebenfalls hoch: Das nachlaufende KGV liegt bei rund 153, das erwartete KGV nahe 100.
Damit ist der Fall klar umrissen: Palantir wächst schnell, verdient ungewöhnlich effizient und baut seine Kundenbasis aus. Der Kurs hängt aber an der Frage, ob diese Dynamik dauerhaft hoch genug bleibt, um die Prämie gegenüber dem Softwaresektor zu rechtfertigen.
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