Palantir wächst so schnell wie kaum ein anderes Softwareunternehmen seiner Größe. Trotzdem gerät die Aktie unter Druck. Der Grund liegt nicht in den Zahlen — sondern in der Frage, was diese Zahlen wert sein dürfen.
Wachstum auf ganzer Linie
Das erste Quartal 2026 war beeindruckend. Der Gesamtumsatz stieg um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft legte sogar um 104 Prozent zu und erreichte 1,28 Milliarden Dollar.
Besonders stark entwickelte sich das US-Kommerzgeschäft: plus 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Der Staatssektor in den USA wuchs um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar. Palantir schloss im Quartal 206 Verträge mit einem Volumen von mindestens einer Million Dollar ab — darunter 47 Deals ab zehn Millionen Dollar.
Die Margen sind für ein Unternehmen dieser Größe ungewöhnlich hoch. Das operative GAAP-Ergebnis lag bei 754 Millionen Dollar, entsprechend einer Marge von 46 Prozent. Der GAAP-Nettogewinn erreichte 871 Millionen Dollar — eine Marge von 53 Prozent. Der operative Cashflow betrug 899 Millionen Dollar.
Das Bewertungsproblem bleibt
Starke Zahlen, aber ein teurer Preis. Die Aktie notiert bei rund 160 mal dem Jahresgewinn, fast 70 mal dem Umsatz und mehr als 135 mal dem operativen Cashflow. Das ist selbst für einen KI-Wachstumswert außergewöhnlich.
Kein Wunder, dass Investoren zögern. Am Freitag fiel die Aktie auf 141,70 Dollar — deutlich unter dem Tageshoch von 146,81 Dollar. Das Handelsvolumen lag bei rund 40,8 Millionen Aktien. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf etwa 364 Milliarden Dollar.
Der Kursrückgang trifft auf eine Unternehmensführung, die weiter Gas gibt. Palantir hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 7,650 bis 7,662 Milliarden Dollar an. Das US-Kommerzgeschäft soll mehr als 3,22 Milliarden Dollar einbringen. Das bereinigte operative Ergebnis erwartet das Unternehmen bei 3,41 bis 3,42 Milliarden Dollar.
Wachstum allein reicht nicht mehr
Palantir steht nicht vor einem Wachstumsproblem. Das Unternehmen steht vor einem Erwartungsproblem. Bei einem dreistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis muss das Wachstum nicht nur stark sein — es muss die Erwartungen sichtbar übertreffen.
Der nächste Bewährungstest kommt mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Gelingt es Palantir, das Tempo bei Großvertragsabschlüssen zu halten und die Margen zu verteidigen, könnte das aktuelle Kursniveau als Einstiegspunkt gelten. Verfehlt das Unternehmen auch nur leicht, dürfte die Bewertung wenig Puffer bieten.
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