Prüferwechsel sind Routine. Aber wenn ein Unternehmen seinen Wirtschaftsprüfer tauscht, während die Aktie auf Talfahrt ist, lohnt der zweite Blick.
Oxford Square Capital, eine auf Kreditverbriefungen spezialisierte BDC, hat PricewaterhouseCoopers durch Ernst & Young ersetzt. Die Entscheidung fiel Ende Mai auf Empfehlung des Audit Committees. Laut 8-K-Meldung gab es keine Differenzen mit PwC – die Prüfberichte für 2024 und 2025 waren ohne Einschränkungen. Ein sauberer Übergang also.
Rendite auf dünnem Fundament
Parallel dazu verschlechtert sich die Substanz des Portfolios. Der Nettoinventarwert fiel von 1,69 Dollar auf 1,32 Dollar je Aktie – ein Rückgang von knapp 22 Prozent. Die Aktie selbst notiert bei 1,13 Euro, das sind 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Allein im vergangenen Monat verlor das Papier fast 29 Prozent.
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Trotz der Erosion hält das Management an der monatlichen Ausschüttung von 0,035 Dollar fest. Das ergibt annualisiert 0,42 Dollar – und eine Rendite von 31 Prozent auf den aktuellen Kurs. Eine Zahl, die Anlegern klarmachen sollte, wie hoch das Risiko ist. Denn solche Renditen erzielt kaum ein Unternehmen nachhaltig.
Das Portfolio konzentriert sich auf CLO-Equity und vorrangig besicherte Anleihen. Beides ist stark vom Zinsumfeld und der Kreditqualität abhängig. Solange die Ausschüttungen nicht durch laufende Einnahmen gedeckt sind, bleibt die Dividende ein Signal der Unsicherheit – nicht der Stärke.
Die nächsten Quartalszahlen unter der neuen Prüfungsaufsicht von EY werden zeigen, ob sich der NAV stabilisiert. Der nächste Ex-Dividenden-Tag ist für Juni angesetzt. Bleibt die Substanzschmelze ungebremst, dürfte die hohe Rendite bald auf deutlich niedrigerem Kursniveau gerechtfertigt werden.
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