Oxford Square Capital hat gleich mehrere Baustellen. Die Aktie fällt, der Nettoinventarwert schrumpft schnell und das frische ATM-Programm kann weitere Aktien in den Markt bringen. Die Ausschüttung bleibt zwar bestehen. Genau das verschärft aber den Blick auf die Ertragskraft.
Am Freitag schloss die Aktie bei 1,12 Euro und verlor 5,08 Prozent. In sieben Tagen summiert sich das Minus auf 21,40 Prozent. Über einen Monat beträgt der Rückgang 30,22 Prozent, seit Jahresanfang 24,73 Prozent. Der Kurs liegt nur noch knapp über dem Tief bei 1,10 Euro.
Schwache Zahlen treffen auf fallenden NAV
Der Auslöser liegt im schwachen ersten Quartal. Oxford Square erzielte einen Umsatz von 8,94 Millionen Dollar. Der Analystenkonsens hatte 10,19 Millionen Dollar erwartet, damit lag die Lücke bei 12,3 Prozent.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie verfehlte das Unternehmen die Erwartungen. Oxford Square meldete 0,05 Dollar je Aktie. Erwartet waren 0,0612 Dollar.
Noch schwerer wiegt der Rückgang beim Nettoinventarwert. Das Portfolio verbuchte realisierte Verluste von 30,7 Millionen Dollar. Dem standen nur unrealisierte Gewinne von 1,1 Millionen Dollar gegenüber. Unter dem Strich sanken die Nettovermögenswerte aus dem operativen Geschäft um 25,5 Millionen Dollar.
Der NAV je Aktie fiel von 1,69 auf 1,32 Dollar. Die Gesamtrendite auf NAV-Basis lag im Quartal bei minus 15,68 Prozent. Das ist der Kern des Problems.
ATM-Programm erhöht den Druck
Am 5. Mai 2026 änderte Oxford Square sein bestehendes Aktienvertriebsprogramm. Beteiligt sind Oxford Square Management, Oxford Funds, Lucid Capital Markets und Ladenburg Thalmann & Co.
Die Investmentgesellschaft kann Aktien im Volumen von bis zu 150 Millionen Dollar über ihre Vertriebsagenten verkaufen. Ein solches ATM-Programm bringt Kapital. Es kann bestehende Aktionäre aber verwässern, wenn neue Aktien zu niedrigen Kursen in den Markt kommen.
Seit August 2019 platzierte Oxford Square über dieses Programm 37.794.797 Stammaktien. Brutto nahm das Unternehmen rund 96,0 Millionen Dollar ein. Netto blieben rund 94,1 Millionen Dollar.
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Allein im ersten Quartal kamen etwa 7,2 Millionen Aktien hinzu. Die Nettoerlöse lagen bei rund 12,3 Millionen Dollar. Zum 31. März 2026 standen rund 93,4 Millionen Aktien aus.
Ausschüttung bleibt, Deckung wackelt
Der Verwaltungsrat hält am monatlichen Ausschüttungsplan fest. Für Juli, August und September sind jeweils 0,035 Dollar je Aktie vorgesehen. Auf Quartalsbasis ergibt das 0,105 Dollar.
Die laufenden Erträge decken diese Zahlung aber nicht. Das Nettoanlageergebnis lag im ersten Quartal bei 4,1 Millionen Dollar. Je Aktie entsprach das 0,05 Dollar.
Trotz Kurssturz handelt Oxford Square mit 34,85 Prozent Aufschlag auf den NAV. Das macht die Bewertung anfällig. Hohe Ausschüttungen stützen zwar die Renditeoptik, beschleunigen aber den Druck auf den NAV.
Hinzu kommen steigende Schulden, sinkende Portfolio-Renditen und hohe Engagements in Software sowie CLO-Equity. In einem Umfeld hoher Zinsen bleibt diese Mischung schwer verdaulich.
Technisch sieht das Bild angeschlagen aus. Kurz- und langfristige gleitende Durchschnitte senden Verkaufssignale. Auf Erholungen warten Widerstände bei 1,72 und 1,84 Dollar.
Die Bilanz bietet etwas Puffer, aber keinen Freifahrtschein. Oxford Square verfügte zuletzt über rund 40,9 Millionen Dollar an Barmitteln. Dem standen Verbindlichkeiten von etwa 155,6 Millionen Dollar gegenüber.
Der NAV-Verfall zieht sich bereits länger. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 lag der Wert je Aktie noch bei 2,30 Dollar. Ende Dezember waren es 1,69 Dollar. Ende März fiel der NAV weiter auf 1,32 Dollar.
Für das Gesamtjahr liegt die Konsensschätzung bei 41,8 Millionen Dollar Umsatz. Der erwartete Gewinn je Aktie beträgt 0,255 Dollar. Nach dem schwachen Start muss Oxford Square in den restlichen Quartalen deutlich liefern, während Ausschüttung und mögliche Aktienausgaben weiter auf der Aktie lasten.
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