Outlook Therapeutics feiert einen wichtigen Etappensieg an der Nasdaq. Die drohende Löschung vom Kurszettel ist vom Tisch. An der Börse reagieren Investoren dennoch mit Verkäufen. Die Aktie gibt nach einer monatelangen Rally spürbar nach.
Börsenplatz gesichert
Seit Februar hing das Risiko eines Delistings über dem Biopharma-Unternehmen. Der Kurs notierte zu lange unter der Marke von einem US-Dollar. Diese Hürde hat Outlook Therapeutics nun genommen. Im Juni schloss das Papier zehn Handelstage in Folge über einem Dollar.
Damit erfüllt der Konzern wieder die Vorgaben der Technologiebörse. Dennoch fiel die Aktie auf Wochensicht um rund 15 Prozent auf 1,45 US-Dollar. Analysten werten diesen Rücksetzer als klassische Gewinnmitnahme. Kein Wunder. Zuvor erlebte der Titel einen massiven Aufschwung.
Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Plus von knapp 120 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Schwankungsbreite bleibt dabei enorm. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei extremen 234 Prozent. Das unterstreicht die hohe Sensibilität der Aktie für Unternehmensnachrichten.
FDA-Prüfung und Analysten-Skepsis
Für diese Schwankungen sorgt auch die eigene Forschungspipeline. Mitte Juni bestätigte die US-Gesundheitsbehörde FDA den Eingang eines neu eingereichten Zulassungsantrags. Es geht um das Augenmedikament ONS-5010. Die Behörde stufte den Antrag für eine beschleunigte Prüfung ein.
Trotz dieses regulatorischen Fortschritts tritt die Investmentbank BTIG auf die Bremse. Die Analysten senkten ihr Rating von „Kaufen“ auf „Neutral“. Ihre Begründung ist eindeutig: Die positiven FDA-Nachrichten sind im aktuellen Aktienkurs bereits vollständig eingepreist. Die Bank sieht daher kaum weiteres Aufwärtspotenzial.
Dünne Kapitaldecke
Ein Grund für die Skepsis der Experten ist die schwache Bilanz. Im Frühjahr wies Outlook Therapeutics Barreserven von lediglich 7,7 Millionen Dollar aus. Kurz darauf spülte eine Kapitalerhöhung weitere 4,5 Millionen Dollar in die Kassen.
Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, hat das Management ein Finanzierungsprogramm mit H.C. Wainwright aufgelegt. Die Bank kassiert dabei drei Prozent Provision auf alle Einnahmen. Die gesicherte Nasdaq-Notierung entfernt zwar ein kurzfristiges Risiko. Der Weg zur endgültigen Marktzulassung erfordert jedoch frisches Kapital. Investoren warten nun auf konkrete Pläne zur weiteren Finanzierung des Unternehmens.
