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Symbolbild, KI-generiert

Oracle: Ellison storniert Verkaufsplan für 50 Millionen Aktien

Larry Ellison storniert den Oracle-Verkaufsplan über bis zu 50 Millionen Aktien. Zugleich steigen Kapitalbedarf und KI-Investitionen weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ellison verkauft keine Oracle-Aktien
  • Verkaufsplan über 50 Millionen Aktien storniert
  • Oracle plant Finanzierung bis 50 Milliarden Dollar
  • Cloud-Geschäft wächst um 121 Prozent

Larry Ellison verkauft doch keine Oracle-Aktien. Der Gründer und Executive Chairman hat einen erst kürzlich offengelegten Handelsplan für den Verkauf von bis zu 50 Millionen Aktien storniert – nur einen Tag, nachdem dessen Existenz öffentlich bekannt geworden war. Oracle teilte am Samstag mit, im Rahmen des Plans seien keine Aktien verkauft worden, weitere Verkaufsabsichten bestünden derzeit nicht.

Der Rule-10b5-1-Plan war am 22. Juni beschlossen worden und hätte bis zum 24. Oktober gelaufen. Bei Auflage des Plans, als die Aktie noch bei rund 175 Dollar stand, wäre das Paket etwa 8,75 Milliarden Dollar wert gewesen.

Nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen auf rund 150 Dollar hätte sich das Volumen auf etwa 7,5 Milliarden Dollar reduziert. Ellison hält mehr als 40 Prozent an Oracle, das er 1977 mitgründete, und käme nach einem Verkauf immer noch auf rund 1,1 Milliarden Aktien.

Vertrauenssignal in einer angespannten Finanzierungsphase

Die Stornierung fällt in eine Phase, in der Oracle selbst massiv Kapital aufnimmt. Der Konzern plant für das laufende Jahr eine Finanzierung von 45 bis 50 Milliarden Dollar über Schulden und Aktien, davon 40 Milliarden Dollar allein im laufenden Geschäftsjahr – 20 Milliarden Dollar davon über eine bereits abgeschlossene Aktienemission im ersten Quartal.

Dass ausgerechnet der Gründer in dieser Lage keine Aktien abstößt, dürfte Anleger als Signal werten, dass er dem eingeschlagenen KI-Kurs trotz hoher Belastungen vertraut.

Diese Belastungen sind erheblich. Oracle hat die Restrukturierungskosten für das Fiskaljahr 2026 um rund 700 Millionen Dollar auf etwa 2,8 Milliarden Dollar angehoben, ausgelöst durch Stellenabbau, Abfindungen und Vertragskündigungen im Zuge der Umstellung auf das KI-Cloud-Geschäft.

Der Freie Cashflow im jüngsten Quartal war mit minus 5,4 Milliarden Dollar deutlich negativ, während allein die Investitionsausgaben auf 28,5 Milliarden Dollar kletterten.

Wachstumszahlen bleiben der Gegenpol

Dem stehen kräftige operative Zahlen gegenüber. Oracle hatte am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, die von einem um 121 Prozent gewachsenen Cloud-Infrastruktur-Geschäft (OCI) getragen wurden – der Gesamtumsatz legte um rund 30 Prozent zu, der Auftragsbestand (RPO) kletterte auf 664 Milliarden Dollar.

Morgan Stanley bestätigte nach den Zahlen ein Kursziel von 210 Dollar bei Einstufung „Equal-weight“ und verwies auf mehr als 300.000 im Einsatz befindliche GPUs sowie eine CapEx-Guidance von 90 bis 95 Milliarden Dollar für das laufende Jahr.

Die Aktie hatte auf die Zahlen zunächst mit einem Kurssprung von bis zu 7,8 Prozent reagiert, schloss den Handelstag aber rund 2 Prozent im Minus – ein Muster, das sich seither fortsetzt. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 129,72 Euro, ein Minus von 1,4 Prozent auf Tagessicht und 5,1 Prozent auf Wochensicht.

Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 22 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch vom 11. September liegt die Aktie rund 55 Prozent tiefer.

Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: Ein Gründer, der öffentlich Vertrauen demonstriert, und ein Unternehmen, das mit Rekordinvestitionen in die KI-Infrastruktur einen enormen Finanzierungsbedarf stemmen muss. Ob sich dieses Vertrauen in stabilere Kurse übersetzt, hängt davon ab, wie schnell sich der prall gefüllte Auftragsbestand tatsächlich in Cashflow verwandelt.

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