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Symbolbild, KI-generiert

Oracle: Banken meiden $300-Milliarden-OpenAI-Deal

JPMorgan und andere Großbanken erreichen Risikolimits bei Oracle-Krediten. Der Finanzierungsbedarf bis 2028 wird auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Banken erreichen Kreditlimits für Oracle
  • Finanzierungsbedarf von über 100 Milliarden Dollar
  • Schulden steigen auf 124,7 Milliarden Dollar
  • Aktie fällt 3,6 Prozent an einem Tag

Oracles KI-Infrastrukturpläne stoßen auf ein unerwartetes Hindernis — nicht bei Technologie oder Nachfrage, sondern bei den Banken, die das Ganze finanzieren sollen. Das Wall Street Journal berichtete, dass JPMorgan Chase und andere Großbanken Milliardenkredite für Oracle-geleaste Rechenzentren nicht mehr vollständig platzieren konnten, weil interne Risikolimits für ein einzelnes Gegenüber ausgeschöpft waren.

Die Folgen sind konkret: Entwickler wie Crusoe wichen auf Microsoft als Mieter aus, um überhaupt noch Finanzierungen zu bekommen. Konzentration ist das Problem — zu viel Oracle auf zu vielen Bankbilanzen.

Finanzierungsbedarf in dreistelliger Milliardenhöhe

Morgan-Stanley-Kreditanalysten beziffern Oracles zusätzlichen Finanzierungsbedarf bis Anfang 2028 auf über 100 Milliarden Dollar — nach bereits geplanten rund 50 Milliarden Dollar für 2026. Das ist die Kehrseite des 300-Milliarden-Dollar-Deals mit OpenAI, der Oracle in eine andere Liga katapultieren soll, aber auch die Abhängigkeit von funktionierenden Kreditmärkten offenlegt.

Oracles Schulden außerhalb des kurzfristigen Bereichs sind auf 124,7 Milliarden Dollar gestiegen. Der freie Cashflow ist tief negativ, getrieben von Investitionen in Höhe von rund 48 Milliarden Dollar in den vergangenen vier Quartalen. Die Preise für Credit Default Swaps nähern sich Rekordhochs — ein Signal, dass institutionelle Investoren das Kreditrisiko neu bewerten.

Starkes Backlog, aber Markt bleibt skeptisch

Auf der Gegenseite steht ein imposantes Auftragspolster. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — das sogenannte RPO — lagen zum Ende des dritten Quartals bei 553 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. GPU-bezogene Umsätze sprangen um 177 Prozent, der Multi-Cloud-Datenbankverbrauch sogar um 817 Prozent.

Oracle selbst betont, dass ein Großteil dieser Verträge keine zusätzliche externe Finanzierung erfordert: Kunden zahlen entweder vorab oder stellen die Hardware selbst. Das mildert den Refinanzierungsdruck — zumindest auf dem Papier.

Von 46 Analysten, die Oracle abdecken, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 261 Dollar, die Spanne reicht von 160 bis 400 Dollar. Die Meinungen könnten kaum weiter auseinandergehen.

Kursentwicklung und Ausblick

An der Börse kostet diese Unsicherheit. Die Aktie schloss am Freitag bei 145,62 Euro, ein Minus von 3,6 Prozent an einem einzigen Tag. Seit Jahresbeginn liegt das Papier rund 13 Prozent im Minus und notiert fast 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025.

Für das laufende Quartal erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 19 bis 21 Prozent in US-Dollar sowie ein Cloud-Umsatzwachstum von 44 bis 48 Prozent. Der Jahresumsatz soll 67 Milliarden Dollar erreichen, für 2027 peilt das Unternehmen 90 Milliarden Dollar an. Ob die Spannungen am Kreditmarkt diesen Pfad gefährden, wird der Quartalsbericht im Juni zeigen — er dürfte zur Richtungsentscheidung für die Aktie werden.

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