Oracle steuert auf einen entscheidenden März zu. Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen sieht sich der Software-Konzern mit einer Sammelklage und wachsender Kritik an seiner aggressiven Finanzierungsstrategie konfrontiert. Während die KI-Auftragsbücher auf dem Papier voll sind, stellen sich Investoren angesichts sinkender Margen und steigender Schulden die Frage: Kann das Unternehmen die gewaltigen Infrastruktur-Kosten stemmen, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden?
Juristisches Nachspiel
Der Druck auf den Technologie-Riesen wächst von juristischer Seite. Die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check hat eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Der zentrale Vorwurf wiegt schwer: Oracle habe Investoren über die tatsächlichen Kosten der KI-Strategie getäuscht.
Konkret wird dem Management vorgeworfen, verschwiegen zu haben, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur massive Investitionen (CapEx) erfordert, denen kurzfristig keine entsprechenden Einnahmen gegenüberstehen. Diese Diskrepanz habe ernsthafte Risiken für die Verschuldung und den Free Cash Flow geschaffen, die nun offen zutage treten.
Wachstum auf Pump
Die fundamentale Lage spiegelt diese Sorgen wider. Zwar konnte Oracle zuletzt beeindruckende Auftragseingänge (Remaining Performance Obligations) von 523 Milliarden Dollar vorweisen – getrieben durch Deals mit Größen wie OpenAI oder Nvidia. Doch die Kehrseite der Medaille ist die Liquidität. Im zweiten Quartal rutschte der Free Cash Flow tief ins Minus, weit unter die Markterwartungen.
Um den Kapitalbedarf zu decken, musste der Konzern im Februar eine Rekordanleihe über 25 Milliarden Dollar begeben und zusätzlich Aktienpakete auf den Markt werfen. Die Unternehmensschulden sind mittlerweile auf über 100 Milliarden Dollar angewachsen. In einem Umfeld, in dem auch Finanzierungspartner wie Blue Owl Capital laut Medienberichten bei Großprojekten abspringen, wirkt diese Schuldenlast als Bremsklotz für den Aktienkurs.
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Der Titel hat seit Jahresanfang bereits über 25 Prozent an Wert verloren und notiert mit aktuell 124,74 Euro deutlich unter wichtigen charttechnischen Marken wie der 200-Tage-Linie.
Lichtblick am Horizont?
Trotz der düsteren Stimmung gibt es Gegenstimmen. Das Analysehaus Oppenheimer stufte die Aktie kürzlich auf „Outperform“ hoch. Die These: Oracle könnte seinen Gewinn pro Aktie bis 2030 verdoppeln, da die massiven Investitionen langfristig Früchte tragen werden. Das kürzlich aufgelegte Finanzierungsprogramm über 40 bis 50 Milliarden Dollar senke zudem das Ausführungsrisiko für die kommenden Jahre.
Ausblick: Zahlenwerk im Fokus
Die kommenden Tage werden richtungsweisend. Am Montag, dem 9. März, öffnet Oracle seine Bücher für das dritte Quartal. Anleger werden dabei weniger auf den Umsatz schauen, sondern primär darauf, ob sich der Free Cash Flow stabilisiert hat und ob das Management glaubhafte Details zum operativen Status des umstrittenen „Stargate“-Projekts liefern kann.
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