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Oracle Aktie: Zero-Day CVE-2026-35273 trifft 500.000 Studierende

Oracle kämpft mit kritischer Sicherheitslücke und Kursrückgang nach starkem Quartal. Hacker erbeuteten Daten von fast 500.000 Studierenden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zero-Day-Lücke in PeopleSoft ausgenutzt
  • Hacker stehlen Daten von Studierenden
  • Oracle-Aktie verliert 14 Prozent
  • Cloud-Umsatz steigt um 47 Prozent

Eine kritische Sicherheitslücke, Hunderttausende gestohlene Datensätze und ein Kurs, der noch unter Druck steht. Oracle startet in eine schwierige Woche.

ShinyHunters treffen Universitäten und Behörden

Am 10. Juni 2026 veröffentlichte Oracle eine Sicherheitswarnung zu CVE-2026-35273 — einer Schwachstelle in der PeopleSoft Enterprise PeopleTools-Umgebung. Der CVSSv3.1-Score liegt bei 9.8, dem höchstmöglichen Wert für Kritikalität. Die Lücke erlaubt Angreifern, ohne Authentifizierung aus der Ferne Code auszuführen.

Das Problem: Die Hacker waren schneller. Die Gruppe ShinyHunters, von Mandiant und Google Threat Intelligence als UNC6240 geführt, hatte die Schwachstelle bereits zwischen dem 27. Mai und dem 9. Juni aktiv ausgenutzt — bevor Oracle überhaupt eine Warnung herausgab. Ein klassischer Zero-Day-Angriff.

68 Prozent der betroffenen Organisationen sind Hochschulen. ShinyHunters veröffentlichte gestohlene Daten von knapp einer halben Million Studierender — persönliche Informationen und akademische Unterlagen.

CISA setzt Bundesbehörden unter Druck

Die US-Behörde für Cybersicherheit CISA reagierte umgehend. Sie nahm die Schwachstelle in ihr Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken auf und verpflichtete alle Bundesbehörden, den Patch bis zum 15. Juni 2026 einzuspielen.

Oracle lieferte den Notfall-Patch am selben Tag wie die Warnung. Betroffen sind PeopleSoft PeopleTools in den Versionen 8.61 und 8.62. Ältere Versionen erhalten keine Fehlerbehebung — Nutzer müssen auf eine unterstützte Version upgraden.

Die technische Methode hinter dem Angriff ist eine sogenannte Gadget Chain. Dabei verknüpften die Angreifer den neuen Zero-Day mit älteren bekannten Schwachstellen. Erst diese Kombination ermöglichte den unauthenthifizierten Zugriff auf PeopleSoft-Installationen im großen Stil. PeopleSoft ist ein weit verbreitetes ERP-System, das HR, Gehaltsabrechnung, Finanzen und Campusverwaltung abdeckt.

Analysten uneins nach starkem Quartal

Die Sicherheitskrise trifft Oracle in einem ohnehin angespannten Moment. Der Kurs verlor in den vergangenen sieben Handelstagen rund 14 Prozent und schloss am Freitag bei 159,18 Euro. Auslöser war zunächst Verkaufsdruck nach den Quartalszahlen — trotz starker Ergebnisse.

Der Umsatz stieg im Quartal um 21 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar. Cloud-Erlöse legten um 47 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar zu, getrieben von 93 Prozent Wachstum in der Cloud-Infrastruktur.

Analyst nach Analyst reagierte dennoch mit Kurszielsenkungen. Scotiabank kappte das Ziel von 290 auf 241 Dollar, behielt aber das Outperform-Rating und lobte das „felsenfeste Kerngeschäft“. RBC Capital blieb bei Sector Perform mit einem Ziel von 190 Dollar. Wedbush senkte auf 240 Dollar, BMO hingegen erhöhte auf 220 Dollar. Insgesamt empfehlen 34 Analysten die Aktie mit Kaufen.

Technisch liegt der Kurs nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 158,89 Euro. Der RSI von 42,4 signalisiert weder Überverkauf noch Erholung — der Markt sucht noch eine Richtung.

Kritischer Termin am Sonntag

Der 15. Juni ist der entscheidende Tag. Bis dahin müssen US-Bundesbehörden den Patch installiert haben. Ob bis dahin weitere Datenlecks auftauchen, bleibt offen. TrendAI, das Oracle die Schwachstelle gemeldet hatte, beobachtet bislang eine begrenzte Ausbreitung — die Untersuchung läuft jedoch noch.

Mittelfristig steht am 10. Juli 2026 der Ex-Dividendentag an. Oracle zahlt 0,50 Dollar je Aktie. Bis dahin dürfte die Frage im Vordergrund stehen, wie viele Unternehmenskunden vom Angriff betroffen waren — und ob Oracle weitere Breach-Meldungen veröffentlichen muss.

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